Ausbildung an der Doppellonge

Die Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes an der Doppellonge hat viele Gründe. Bevor ein Pferd angespannt werden kann, wird es zuerst an die Doppellonge gewöhnt, deshalb gehört zur Grundausbildung des Fahrpferdes die Arbeit an der Doppellonge. Besonders bewährt hat sich die Arbeit von Dressurpferden. Durch die kontinuierliche Arbeit an der Doppellonge können Lektionen erarbeitet werden und Tragkraft, Schwung und Versammlung verbessert werden. Auch für Korrekturpferde eignet sich diese Art der Ausbildung. Aber auch Ponys können an der Doppellonge ausgebildet werden und können jede Lektion erlernen, die sie unter dem Reiter auch erlernen können, dies ist von Vorteil wenn Erwachsene Ponys ausbilden, aber zu groß und zu schwer zum Reiten sind. 
Ist das junge Pferd an Kappzaum und Gurt gewöhnt kann die Longenarbeit beginnen. Zu nächst wird das Pferd an einer Longe longiert, welche am Kappzaum eingehangen wird. Zu den Arbeitsmitteln des Longenführers gehören die Longe, die Peitsche und die Stimme. Die Peitsche hat den Zweck Faulheit zu bestrafen, Aufzufrischen und den Gehorsam auf die Stimme zu verfeinern. Das Pferd muss zu erst lernen die Peitsche nicht zu fürchten, deshalb sollte es mit der Peitsche in ruhigen Bewegungen am ganzen Körper berührt und gestreichelt werden. Die Peitsche wird nur genutzt wenn das Pferd auf die Stimme nicht reagiert. Reagiert das Pferd auf die stimmliche Aufforderung nicht, wird es sofort mit der Peitsche aufgefordert, das hat den Sinn dass die Peitsche immer überflüssiger wird und das Pferd lernt auf kleinste stimmliche Hilfen zu reagieren.
Für das Verständnis zwischen Führer und Pferd ist es wichtig, dass dieser mit unterscheidbaren Ausdrücken und Betonungen arbeitet. Soll das Pferd schnell reagieren, sind kurze, knappe Silben in hoher Stimmlage mit mehrmaliger Wiederholung nötig. Lang gezogene Silben in gedämpften Tonlagen haben dagegen eine beruhigende Wirkung.  Zum Losgehen im Schritt eignet sich in scharfem Ton "Schritt marsch!", zum antraben 
"Ter-rab"! und zum Angaloppieren "Ga-lopp!" . Zum antreiben in der gleichen Gangart kann schnalzen benutzt werden. Vom Galopp zum Trab kommt man durch ein langegezogenes, tiefes "Ter-rab...." und genauso zum Schritt mit "Scher-ritt....", zum Halten kommt das Pferd durch ein tiefes, langes "Halt....".
Die stimmlichen Hilfen werden in der weiteren Ausbildung gefestigt, jetzt wird die zweite Longe auf der anderen Seite des Kappzaums eingeschnallt. Dafür wird die Leine die über den Rücken geführt wird, durch den Ring am Gurt gezogen und dann seitlich am Kappzaum verschnallt. Die innere Leine führt durch den Ring im Kappzaum zum Gurt und wird dort befestigt. Bei dieser Art der Verschnallung ist die Kontrolle zunächst am Größten, jedoch muss mit ruhiger und weicher Hand eingewirkt werden, um das Pferd nicht zu Überzäumen. Einige Pferde verkriechen bzw. rollen sich schnell ein, dann sollte die gleiche Verschnallung wie Außen gewählt werden. Die äußere Leine bleibt über dem Rücken des Pferdes, so kann sich das Pferd an die beidseitige Führung gewöhnen, ohne das zusätzlich die zweite Leine um die Kruppe hängt. Jetzt schickt man es erstmal geradeaus vorwärts und sorgt dafür das es den Abstand einhält und lässt es allmählich auf den Zirkel gehen. Hierbei fällt das junge Pferd meist mit der Hinterhand aus, dann schickt man das Pferd immer wieder gerade aus und geht dabei seitlich neben dem Pferd her, um es gerade zu halten. Das Pferd kann durch schlängeln der inneren Leine Außen gehalten werden. Mit der Inneren Longe erarbeitet man sich die Biegung des Pferdes, sollte das Pferd den Zirkel oder die Ecke abkürzen, schickt man es sofort wieder gerade aus. Es hat sich bewährt immer wieder zwischen Zirkel  und ein Stück geradeaus zu wechseln, sodass man den gesamten Platz den man zur Verfügung hat nutzen kann. Das erhält die Aufmerksamkeit des Pferdes und schafft Abwechslung. Das Pferd lernt damit auf ein Verlängern der Leinen den Zirkel zu vergrößern und bei anstehender Leine geradeaus zu gehen. Diese anfänglichen Übungen werden in allen drei Grundgangarten praktiziert. Hat sich das Pferd an die Doppellonge und die Arbeit damit, in allen drei Grundgangarten, gewöhnt, können nun auch Tempiwechsel geübt werden. Auf der Geraden zulegen und in den Wendungen wird das Tempo verkürzt, das Antreten und Zurüchnehmen fördert die Schubkraft und die Hinterhandmuskulatur und was sehr wichtig ist das Pferd beginnt sich vorwärts-abwärts zu dehnen und den Rücken aufzuwölben. Man sollte sich klar machen, dass dies alles bei der Arbeit mit dem Kappzaum geschieht und das Pferdemaul völlig unangetastet bleibt! Jetzt ist das Erlernen des Handwechsels an der Reihe. Bei dem Handwechsel wird die Longe das Erste Mal um die Hinterhand geschlungen. Diese Arbeit kann man vorbereiten, in dem man dem Pferd eine Bandage am Gurt befestigt und diese um die Hinterhand legt und auf der anderen Seite am Gurt verknotet und das Pferd einige Minuten im Schritt führt, sodass das Pferd sich daran gewöhnen kann. Danach werden die Longen auf beiden Seiten gleich eingeschnallt, d.h. wieder wie zuvor durch den Ring am Gurt seitlich im Kappzaum verschnallt.  Die ersten Handwechsel werden im Schritt durchgeführt, zur Vorbereitung sollte man das Pferd geradeaus schicken und seitlich daneben und dann hinter dem Pferd herlaufen. Man befindet sich dann im toten Winkel, was viele Pferde beunruhigt, deshalb sollte man ruhig mit ihm reden. Funktioniert dies, kann man den Handwechsel nun probieren. Dazu legt man sich die Longen zu großen Schlaufen in die Hand, das vereinfacht den Umgang damit, denn beim Handwechsel muss die innere Leine zunächste ca. 1,50m nachgeben und die Äußere, die neue Innere wird ca. um 1,50m verkürzt werden. Vor dem Wechsel wird die Peitsche hinter dem Rücken gewechselt. Am einfachsten ist eine Kehrvolte . Dazu geht das Pferd geradeaus, der Ausbilder seitlich daneben und führt das Pferd bis zur nächsten Ecke. Dort führt er es auf einen kleinen Kreis und stellt es nach der Wendung geradeaus, läuft kurz hinter dem Pferd, verkürzt dann die neue innere Longe , lässt die neue äußere Longe heraus und geht nun seitlich auf der anderen Seite des Pferdes. Nach einigen Übungen ist das nachfassen und verlängern der Leinen automatisiert. Die Handwechsel können später auch im Trab durchgeführt werden. Außerdem kann eine Acht als Handwechsel dienen oder durch den Zirkel gewechselt werden, es ist alles möglich was beim Reiten möglich ist. Nun kann man sich an die Arbeit mit Trense herantasten, hier ist ein besonders dickes Gebiss von Vorteil, am Besten ein Knebelgebiss, dass durch die seitlichen Schenkel ruhig im Pferdemaul liegen bleibt. Bei der Arbeit auf Trense ist viel Gefühl erforderlich und es sollte stets das Ziel sein mit wenig Handeinwirkung zu arbeiten. In der weiteren Ausbildung an der Doppellonge können Seitengänge wie Renvers, Travers, Schulterherein, Traversalen, Passage und Piaffe ausgebildet werden. Es ist sogar möglich ein Pferd nur durch Doppellonge auszubilden, ohne es zu reiten. Die ersten Sprünge kann ein Pferd ebenfalls an der Doppellonge erlernen bzw. können später auch Bascule und Springtechnik verbessert werden. Die Arbeit an der Doppellonge verbessert Geschmeidigkeit der Gänge,Schub-und Tragkraft, Schwung, Beweglichkeit, Losgelassenheit, kräftigt die Muskulatur, fördert die Rückentätigkeit und hilft bei der Gesunderhaltung des Pferdes. Außerdem schafft es Abwechslung und erleichtert das Erlernen einiger Lektionen. Korrekturpferde können oft mit großem Erfolg an der Doppellonge gearbeitet werden, da kein Reiter nötig ist. Es gibt viele Vorteile diese Arbeit in den täglichen Trainingsplan aufzunehmen.
 
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