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Vorstellung des Hengstes „Danthes H" (Deutsches Sportpferd)

Geb.: 10.03.2003

Danthes HFrei nach dem vielfach vertretenen Motto: „Blut ist Saft, der Wunder schafft", stelle ich Ihnen hiermit den Halbbluthengst Danthes H vor. Er ist etwas ganz Besonderes – und er beweist es immer wieder. Danthes H steht dem Erscheinungsbild eines reinen Vollblüters sehr nahe. Der erste Anlauf, eine Deckerlaubnis zu erhalten, scheiterte im November 2005 am negativen Körurteil durch den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt. Damals war Danthes H noch sehr jugendlich und absolvierte die gestellten Anforderungen einfach nur brav. Aufgrund seiner bereits in jungen Jahren erbrachten sportlichen Erfolge, erhielt ich im November 2008 nochmals die Möglichkeit, den Hengst der Körkommission vorzustellen. Nun endlich mit positivem Körurteil.

Zur Abstammung des Vaters:
Vater Dream Dancer xx war ein amerikanischer Vollblüter, der unter seiner damaligen Reiterin Leslie Mc Naught (Schweiz) in internationalen Springen sehr erfolgreich war eine derartige Erfolgsbilanz erreichte in der heutigen Zeit unter den Vollbluthengsten lediglich der Hengst Dover (Luziana Deniz). In der Schweiz hatte Dream Dancer xx zeitweise den höchsten Zuchtwert, wofür er das Prädikat „Hengst des Jahres" erhielt. So brachte er bspw. dort den gekörten Sohn Dandy aber auch als Muttervater ist er bspw. durch das inernationale Springpferd Jet Set (nicht Buddelei Jet Set) sehr gut vertreten. Durch seinen Zuchteinsatz in der Schweiz, existieren nur sehr wenige Nachkommen in Deutschland. Im Jahr 1995 kam er nach Deutschland und wurde von verschiedenen Reitern in Schweren Springen vorgestellt, u.a. Hauke Kröger, Jörg Sievertsen, Matthias Ketelsen und Helen Johansson. Mit der damaligen Juniorenreiterin Kristina Schiefner errang er im Alter von 18 Jahren noch den Sieg in einem M**-Springen im brandenburgischen Lentzke, wo jeder Zuschauer sein enormes Vermögen und die Einstellung zum Sport bewunderte. So überwand er in diesem Springen den Fang eines Sprunges fehlerfrei, weil seine Reiterin ihn doch eher mäßig zum eigentlichen Sprung führte. Die in Deutschland erbrachte Eigenlebensgewinnsumme widerspiegelt nur teilweise seine Erfolge. Sein außergewöhnliches Wesen aber auch seine gute Konstitution sprach eindeutig dafür, ihn als Deckhengst zu nutzen. Unter ausgeglichenem Wesen versteh ich folgendes: Man konnte Dream Dancer xx neben einer Stute stellen oder auch gemeinsam fahren, er blieb immer ruhig und ausgeglichen. Er wusste stets genau, wann der richtige Zeitpunkt einer Bedeckung war. Dann war er hellwach. Auch sobald die Parcoursglocke läutete, wusste Dream Dancer xx jetzt geht es los. Hinsichtlich seiner Konstitution muß festgestellt werden, dass er bis zu seinem letzten Tage auf glasklaren Beinen und für einen Vollblüter nicht zu kleinem Fundament stand. Im Jahre 2005 mußte er leider krankheitsbedingt eingeschläfert werden. Ursache war eine Entzündung im Genitalbereich, die nicht geklärt werden konnte und sich täglich verschlimmerte. In Brandenburg wurde Dream Dancer xx während seiner Schaffensperiode in geringem Umfang genutzt. Die ersten Nachkommen (leider auch die Letzten) überzeugen durch beeindruckendes, vermögendes Freispringen (Siehe Freispringwettbewerbe 2007/2008/2009). Auch genetisch ist dieser Hengst sehr interessant. Aus dieser Hengstlinie entspringt über den Hengst Tom Fool xx unter anderem das unter Andre´Schröder und seinem Vater Dirk Schröder international sehr erfolgreiche Pferd Ontario von Oglio xx. Dieser wurde im Jahr 2008 aufgrund seiner hervorragenden Leistungen, als erfolgreichstes Holsteiner Halbblutpferd vom Holsteiner Verband besonders gewürdigt. Gleichzeitig kommt auch aus dieser Hengstlinie das ehemals unter Christina Hoy-Overesch so erfolgreiche Vielseitigkeitspferd Watermill Stream.

Abstammung der Mutter:
Die Mutter Freeholders Filou, ein 3-Sterne Prämienstute, ist Tochter des ehemaligen Neustädter Landbeschälers Freeholder, der bis M**-Springen erfolgreich war, bevor er nach Niedersachsen verkauft wurde und in 2006 noch bis Dressur Sankt Georg erfolgreich war. Während seiner Deckzeit in Brandenburg war er vorwiegend auf der Außendeckstelle in Grüneberg bei Familie Wacker aufgestellt. Freeholder selbst war ein eher kleiner, sehr edler und vor allem eisenharter Typ. Ihm wird nachgesagt, dass er bei der HLP erst richtig warm wurde, wenn die anderen Prüflinge bereits Konditionsschwächen aufwiesen. Auch im Freispringen soll er über 1,80m gesprungen sein, obwohl das Hindernis nur aus einer einzigen Stange bestanden haben soll. Dies spricht natürlich für eine außergewöhnliche Leistungsbereitschaft und einige Züchter meinen, dass dieser Hengst wohl zu früh verkauft wurde. Auch genetisch gesehen ist dieser Hengst überaus interessant gezogen. Freeholder ist Sohn des Frühlingsbote und Enkel des in Nordreinwestfalen (Pferdehochburg) hochgeschätzten Frühlingsball, der sowohl für den Dressur- als auch Springsport hocherfolgreiche Sportpferde brachte. Besondere Exponenten dieser Hengstlinie, die auch in Brandenburg für die Verbreitung dieser Blutströme sorgten, sind der Hengst Frühlingsbote und sein Sohn Frühtau, der seine HLP als bester Springhengst unter seinem damaligen Teilnehmerfeld abschloss. Durch den „großen Run" auf Holsteiner Genetik Ende er 90-er Jahre bis heut, kam dem Hengst nicht unbedingt die Beachtung zu, die er wohl verdient hätte. Derzeit finden wir das wertvolle F-Blut in der Mutterlinie des Hengstes Levistano wieder, der regelmäßig mit seinen Bereitern Christian Dietrich und Felix Ewald für hervorragende Runden im Parcours sorgte, sich 2008 für das Bundeschampionat qualifizierte und im Jahre 2009 erfolgreich in Klasse S angekommen ist. Die enorme Typstärke dieses Hengstes kommt zum größten Teil aus der Mutterlinie, da sein Vater Levisto Z (auch das große Pony genannt) ihm rein optisch nicht das Wasser reichen kann. Die Mutter Feine Fürstin von Frühlingsbote ist dagegen sehr typvoll und auch bis zur Klasse S erfolgreich gewesen. In der Mutterlinie von Frühlingsbote gelangen wir auf den Hengst Damhirsch, der der bedeutenden Dedektiv-Linie entspringt. Diese Linie brachte Hengste wie Duell, Drosselklang, Damenstolz, Dilettant, Dinar aber auch bspw. den unvergessenen Donnerhall. Auch die Mutterlinie des Freeholder ist beachtenswert. Seine Mutter Staatsprämienstute Industrie ist eine Tochter des Sekurit, der in der brandenburgischen Zucht segensreich gewirkt hat. Dieser wiederum entspringt der bedeutenden Hannoverschen Hengstlinie des Semper Idem. Diese Hengstlinie ist auch der Ursprung des seit Jahren die FN-Zuchtwertschätzung (Springen) anführenden Stakkato´s. Dies war jetzt nur die Genetik väterlicherseits von Freeholders Filou, jedoch auch auf der Mutterseite treffen wir auf interessantes. Dondra, die der Dedektiv-Linie entspringt und über Sahara die nochmals die Blütströme des Semper Idem führt. Damit führt die Mutterlinie von Danthes H zwei Inzuchtkoeffizienten von absoluten Leistungsträgern im Blut. So haben wir hier mit Damhirsch und Dondra die Dedektiv-Linie und mit Sekurit und Sahara die Semper Idem-Linie doppelt vertreten. Das heißt für den Züchter: „Geballte Ladung an Leistungsgenen in den weiteren Generationen". Über Lwow finden wir in der vierten Generation einen Hengst polnischen Ursprungs, der sich als Muttervater in Ostdeutschland eine guten Namen gemacht hat und auch sehr gute Springpferde brachte. Derzeitiges Aushängeschild für seine Qualität als Muttervater ist das Springpferd Kevin von Kolibri, der unter Torsten Ritter sehr erfolgreich im Schweren Springsport unterwegs ist und 2009 bei den Löwen.Classics in Braunschweig die Farben für das Sachsen-Anhaltinische Team vertreten hat. Eigenleistung der Freeholders Filou: Freeholders Filou wurde 4-jährig erfolgreich in einer Reitpferdeprüfung von meiner damals 11-jährigen Tochter vorgestellt. Aus diesem Grund gibt es aus den Jahren 2001/2002 keine Nachkommen der Stute, da die Reitausbildung im Vordergrund stand. Eine Verletzung verhinderte einen weiteren Einsatz im Sport, so dass sie seit 2002 ausschließlich zur Zucht eingesetzt wurde und bisher jedes Jahr ein Fohlen zur Welt brachte. Aufgrund der hervorragenden Nachzucht wurde sie reiterlich nicht mehr genutzt, obwohl die Verletzung längst ausgeheilt ist. Ihr ein Jahr älterer Vollbruder Freeman T. Porter war in der Springhochburg Holstein bis M**- Springen erfolgreich. Ihr Halbbruder Frisco wurde unter Caroline einer 2005 Vizelandesmeister im Springen bei den Damen und konnte ein Jahr später mit einem 4.Platz an gleicher Stelle überzeugen. Jetzt 12-jährig brachte Feeholders Filou ihr 8.Fohlen (v. Cellestial). Dieses Fohlen erhielt die Fohlenpämie und befindet sich in der Hengstaufzucht.Ihre ersten Nachkommen gehen bereits erfolgreich auf Turnieren. Der erstgeborene Freestyler ist sowohl in Springpferdeprüfungen als auch Dressurprüfungen siegreich und platziert. Danthes H (Zweitgeborener) ist bereits bis M**-Springen platziert. Genius (Dritter) von Goldwing war 2008 in Springpferdeprüfungen Kl.A siegeich und platziert. Aufgrund seines Verkaufs sind Auswertungen aus 2009 noch nicht möglich. Das vierte Fohlen, eine Stute von Chippendale (geb.2005) konnte auf der Jungstutenschau in Paaren/Glien 2997, als einziges springorientiert gezogenes Pferd mit einem sehr guten 5.Platz überzeugen. Im Jahr 2009 brachte sie ihr erstes Fohlen (Hengst von Colorit), der unter anderem Championatsfohlen des Zuchtverbandes Brandenburg-Anhalt wurde und sich ebenfalls in Hengstaufzucht befindet. Das fünfte Fohlen, eine Stute von Quicksilber erhielt die Fohlenprämie und wird momentan angeritten. Das sechste Fohlen, ein Hengst von Cyrano wird im Frühjahr angeritten und im darauf folgenden Jahr der Kommission zur Sattelkörung vorgestellt. Das siebte Fohlen, ein Stutfohlen von Colorit , war Championatsfohlen 2008 des Zuchtverbandes Brandenburg- Anhalt. Eine beachtliche Vererbungsleistung der Stute, die somit aus unterschiedlichsten Anpaarungen regelmäßig qualitätsvolle Nachzucht lieferte.

Eigenleistung Danthes H:
Nach dem ablehnenden Körurteil im Jahr 2005 absolvierte Danthes H im darauf folgenden Jahr einen eher schlechten 30-Tagetest im Landgestüt Redefin. Ich entschloss mich ihn nach Redefin zu bringen, da ihm meines Erachtens in Neustadt/Dosse nicht die Beachtung genossen wäre, die er eigentlich verdient. Schließlich wurde er dort nicht gekört. Aber auch in Redefin wurde er von den zu bewertenden Richtern, aufgrund seiner Zierlichkeit gegenüber den anderen Teilnehmern, schon im Vorfeld degradiert. So beschloss ich die Förderung selbst in die Hand zu nehmen und stellt ihn 4Monate nach Beendigung des 30-Tagetests beim Freispringwettbewerb in Wulkow vor, ohne vorher noch mal das Freispringen zu üben, da ich keine eigene Reithalle besitze und der Boden auf meiner Anlage noch gefroren war (Februar 07). Diesen Freispringwettbewerb konnte Danthes H gewinnen und qualifizierte sich somit für das MPM-Freispringchampionat in Neustadt /Dosse im März 2007. Dort errang er zum ersten Mal die Aufmerksamkeit, die er verdient. Obwohl er im Vorfeld dieses Wettbewerbs bereits zwei Springpferdeprüfungen der Klasse A absolvierte (mit mir einem eher durchschnittlichen Reiter), überzeugte er durch sein enormes Vermögen im Freispringen, wofür er von allen teilnehmenden Pferden und Ponys (3-und 4-jährige) als einiger die Note 9,0 erhielt. Die Körkommission scheute sich eine 10 zu geben, da dies nur in absoluten Ausnahmefällen in Brandenburg geschieht. Damit konnte sich Danthes H an 2. Stelle platzieren, da für die Technik nur eine 7,5 vergeben wurde (hängende Vorderbeine, dabei aber gleichmäßig gewinkelt, die zieht er nur an, wenn es wirklich nicht anders geht).Vom fachkundigen Publikum war er an diesem Tag jedoch das einzige Pferd, was aufgrund seiner Springanlage mit Applaus gewürdigt wurde, da er gegenüber den anderen Teilnehmern auch wirklich bedeutend höher sprang. Seit dem Frühjahr 2007 wurde Danthes H von Hans-Jürgen von Langermann auf Turnieren vorgestellt. Anfängliche Abstimmungsschwierigkeiten wurden schnell zu Siegen und Platzierungen bis zu Springprüfungen der Klasse M ausgeglichen. In Springpferdeprüfungen erreichte er Wertnoten bis 8,3 und konnte sich 5-jährig auf allen Qualifikationen zum Bundeschampionat, an denen er teilnahm (Dallgow, Neu Benthen, Neustadt/Dosse) platzieren und auch das Fahrticket dafür lösen. Damit war er der einzige Halbblüter deutschlandweit, dem dieses Kunststück gelang. Auf dem Bundeschampionat hinderte ihn ein Abwurf in der Einlaufprüfung am Weiterkommen in die nächste Runde. Dieser Abwurf resultierte zum einen daraus, dass wir befürchteten einen Zeitfehler zu riskieren, den als 153.Starter sahen wir bereits viele Pferde den Parcours mit Zeitfehler verlassen. Zum anderen war es für Hans die erste Teilnahme bei einem solchen Event und die Aufregung war entsprechend groß. Und Drittens, jeder weiß sicherlich, wie schnell so ein Abwurf passieren kann, zumal die Latten dort so hoch wie nie zuvor lagen. Vor einem Fehler ist jedoch keiner so schnell gefeilt. In der Trostrunde (Die als zweite Qualifikationsmöglichkeit dient, um bis ins Finale vorzudringen) belegte er unter ca. 85 Teilnehmern, aufgeteilt in zwei Abteilungen einen hervorragenden 4. Platz und in der Gesamtwertung den 6. Rang in der Trostrunde. Ein Zehntel fehlte ihm am Weiterkommen ins kleine Finale. Zum Bundeschampionat gibt es mehrere schöne Episoden zu berichten. So trat ein Reiter aus unserem Bundesland (Falls er es ließt wird er sich sicherlich wieder erkennen) an mich heran und sagte: „Heino, als ich Dich auf der Qualifikation in Dallgow mit diesem Kleinen gesehen hab, dachte ich nur, was will der denn hier. Im Parcours gesehen dachte ich dann, Hoppla… der kann ja springen". Übrigens landete dieser Reiter mit seinem Pferd, einem Enkel von Baloubet du Ruet, auf dem Bundeschampionat hinter Danthes H. Als sich Danthes H dann im Juli für das Bundeschampionat qualifizierte sprach mich ein internationaler Springreiter aus MV, aber auch ein bekannter Züchter aus dem Brandenburgischen an: „ Ihr wollt doch nicht etwa dahin fahren, da habt ihr doch sowieso keine Chance". Das wir nicht Bundeschampion werden konnten, war uns auch klar, aber wir haben im Nachhinein betrachtet, mit der erbrachten Leistung einen würdigen Eindruck hinterlassen und allen Unkenrufen zum Trotze eine Schleife vom Bundeschampionat mit nach Hause nehmen können, was nicht all zu vielen Teilnehmern gelang. Dabei ließen wir vorher hochgelobte gekörte Hengste hinter uns, wie bspw. Ludwigs As von der Station Sosath oder Check in von der Station Böckmann, der als Geheimfavorit im Vorfeld gehandelt wurde.Nach dem Bundeschampionat absolvierte Danthes H nun nochmals einen 30-Tagetest, so dass er jetzt dauerhaft sein positives Körurteil, das er im November 2008 erhielt, behalten kann. Jedoch schloß er auch diesen Test nur im hinteren Drittel seines Teilnehmerfeldes ab. Knapp 14 Tage nach dieser Absolvierung bestritt Danthes H wieder ein Turnier und gewann überlegen mit 8,3 eine Springpferdeprüfung der Kl.L. Mit 7,8 rangierte erst der Zweitplatzierte. Übrigens starteten bei diesem Turnier auch der Leiter der HLP Neustadt/Dosse und zwei seiner Schützlinge. Anfang des Jahres 2009 startete Danthes H erstmals in einem offenen M-Springen beim CSI Neustadt/Dosse als jüngster Teilnehmer beim Hengstespringen. Im Einlaufspringen landete er mit einer Nullfehlerrunde auf Rang 5, was ihm den 1.Reserverang einbrachte. Beim Finale unterlief ihm leider ein Abwurf, was ihm auf den 7.Rang warf und ebenfalls 1. Reserve bedeutete. Bei seinem 2. Turnierstart in 2009 konnte er die erste Vorraussetzung zur Qualifikation zum Bundeschampionat für 6-jährige Pferde erfüllen, indem er sich in einem offenen M- Springen an 2.Stelle platzierte. Das davor stattgefundene L-Springen konnte er für sich entscheiden. Eine bemerkenswerte Leistung, aber so ist er halt. Leider nahm Hans, sein bis dahin ständiger Bereiter, im Frühjahr 2009 eine neue berufliche Weiterentwicklung beim Zuchtverband in Thüringen auf. Somit trennten sich die Wege dieses so ausgesprochen erfolgreichen Teams. Nun blieb mir nur die Möglichkeit Danthes H in weiter fördernde Hände zu geben. Ich entschied mich für den renomierten Springstall von Heiko Schmidt, da sein damaliger Bereiter von ähnlicher Statur wie Hans war und selbst erfolgreich in Springpferdepüfungen ritt. Im Mai 2009 erwischte es Danthes H jedoch so hart durch eine Infektion, dass er erst Mitte/Ende Juni wieder gearbeitet werden konnte. Auf der Qualifikationsveranstaltung platzierte er sich noch am Vortag in einer Springpferdeprüfung der Klasse L, jedoch bei der direkten Qualifikation unterliefen ihm zwei Abwürfe, was zuvor noch nie der Fall war. Sein Körper war noch nicht fit genug, um zwei Tage hintereinander gehen zu könne. Ihm fehlte seine sonst übliche Spritzigkeit. So versuchte es Heiko Schmidt selbst noch einmal auf der Qualifikationsveranstaltung in Neustadt/Dosse. Dort konnte er ihn auch sowohl in der Einlaufprüfung, als auch im Finale platzieren, jedoch hinderte ein Abwurf im Finale eine Wertnote von mindestens 8,0. Somit gab es für 2009 kein Ticket nach Warendorf. In Absprache und auf Zuraten von Heiko Schmidt wurde der Kontakt zu Mynou Diederichsmeier hergestellt. Ab dem 1. August 2009 ritt sie Danthes H und konnte ihn bei vier Turnierstarts auch vier Mal platzieren. Ich hoffte jetzt die richtige Reiterin gefunden zu haben. Leider bekam Danthes H Anfang September eine schwere Kolik und musste operiert werden, dies wiederholte sich Mitte Oktober und er wurde nochmals aufgeschnitten. Derzeit erholt er sich noch und geht seit Mitte Dezember 2009 täglich 30 Minuten in der Führanlage. Ich hoffe, dass er bis Ende Januar 2010 wieder so weit ist, dass er normal gearbeitet werden kann und in der kommenden Saison mit Mynou für die eine oder andere Überraschung im Sport sorgt. Drücken wir mal ganz fest die Daumen.

Wesen von Danthes H:
Danthes H hat innerhalb seiner Ausbildungsphase, vom Anreiten bis zur heutigen Zeit, noch nie die Arbeit verweigert, besticht durch seinen ausgeglichenen Charakter und einer eisenharten Konstitution. Er steht auf einem korrekten Fundament und lässt sich auch von Junioren sehr leicht bedienen. Erfolge mit der Juniorenreiterin Jessica Voigt (LK0) im E- Springen mit Wertnote 7,3 bestätigen dies. Jeder Turnierreiter (außer ich, wobei ich mich auch nicht dazu zähle) der Danthes H auf Turnieren vorgestellt hat, war auch mit ihm platziert. Am Sprung stets mit großer Vorsicht und Vermögen, bringt er alle Voraussetzungen für einen Sportler mit. Auch wenn dieses Pferd recht unscheinbar scheint, schätze ich gerade diese besonders hervorgehobenen Vorzüge dieses Hengstes. Für Springpferdezüchter sind diese Kriterien in puncto Erblichkeit besonders relevant. Als Halbblüter stellt dieser Hengst gerade in Sachen Veredelung eine interessante Alternative da, da die zukünftigen Parcours immer schneller werden und mit immer leichter fallendem Material ausgestattet sind. Deshalb brauchen wir zukünftig noch edlere, wendige, sensible Blutpferde um Erfolg zu haben. Da, wie bereits oben erwähnt, auch über die Mutterseite regelmßig aus unterschiedlichsten Verpaarungen Prämienfohlen, Championatsfohlen und Sportpferde hervorgegangen sind, ist eine Positivwirkung in der Vererbung zu erwarten. Da mir aber auch der Erhalt des Blutes des Dream Dancer xx wichtig erscheint stelle ich diesen Hengst, Danthes H, so ausgiebig vor. Nun wird es immer Zweifler geben. Teilweise kam es nach dem positiv beschiedenen Körurteil vor, dass Leute an mich herantraten und sagten: „Heino, das ist doch kein Hengst". Ich bin da ganz anderer Meinung, solange dieses Pferd zwei Hoden hat, ist er auch Hengst. Fraglich ist nur, ob er züchterisch in der Lage ist, positive Akzente zu setzen. Dies zu beurteilen, werden wir 2010 im Stande sein, da zu mindest eine meiner Stuten von ihm ein Fohlen erwartet. Hoffen wir, dass es 2010 mehr Stuten sind, dann kann man eine bessere Einschätzung vornehmen. Betrachten wir uns einige bedeutende, weltweit gefragte Hengste. Zum einen Quidam de Revel. Sportliche Leistungen auf höchstem internationalem Niveau. Von der Optik gleicht er nahezu dem Vollblüter Nothern Dancer xx. Wobei gerade hinsichtlich seines Exterieurs einige Schwächen offenbart werden, die ihn nicht unbedingt zu einem Hengst machen. Der in der Worldbreedingliste die Zuchtwertschätzung anführende Darco wurde vom belgischen Zuchtleiter erst 2009 folgendermaßen beschrieben: „Was wäre uns entgangen, wenn wir Darco damals auf Grund seines Exterieurs nicht gekört hätten?" Selbst Capitol, die Vererberlegende aus Holstein, legte nur eine mittelprächtige HLP ab und der in Westfalen so segensreich wirkende Pilot wurde anfangs total gemieden, bis man sah, wie seine Kinder springen konnten. Ich will damit nur sagen, wie auch immer man sich entscheidet, bei der Auswahl eines Hengstes, meistens sind es nicht die Körsieger, die Vererbungslegenden werden, sondern diese, die durch Leistung überzeugt haben. Ganz sicher bin ich mir jedoch, dass Danthes H es verdient, hier mehr als ausführlich beschrieben zu werden und eine Chance als Zuchthengst von interessierten Züchtern bekommt.

Mit freundlichen Grüßen

Heino Heinz