Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht PDF Drucken E-Mail
Montag, den 04. Februar 2013 um 10:05 Uhr

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

 

 

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

Bedeutung des Vollbluteinflusses in der modernen Springpferdezucht

 

Sicherlich ist schon viel darüber gesprochen und geschrieben worden. Einigen Züchtern mag es auch ein gelangweiltes Gähnen entlocken. Ich möchte trotzdem darüber einige neuere Erkenntnisse den Leuten näher bringen, die ein Interesse am ständigen Zuchtfortschritt im Bereich Springpferdezucht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nicht nur mit der deutschen, sondern auch der französischen, holländischen und belgischen Springpferdezucht auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass sich die deutsche Springpferdezucht, gemessen an den o.g. Ländern zu unserem Nachteil entwickelte, obwohl Deutschland prozentual den größten Anteil an entsprechendem Pferdematerial, Flächenausstattung und Zuchtbetriebe/Züchter hat.

Lediglich der Holsteiner Verband hat es 2012 wieder geschafft den vorderen Platz der weltbesten Springpferdezucht einzunehmen. Hier ist jedoch auch immer wieder Wert auf die Zuführung von Vollblutgenen in der Zucht gelegt worden, so dass die Stutenpopulation in Holstein einen (durchschnittlich betrachtet) wesentlich größeren Anteil Vollblut führender Gene in sich trägt, als in anderen deutschen Zuchtverbänden.

Besonders stark frequentierte Hengste als zukünftige Väter waren neben Cornet Obolensky auch die Hengste Balou du Rouet, Escudo, Contender, Caretino, Casall, Contendro, Diarado, Stakkato, Cellestial sowie teilweise Nachkommen dieser Hengste. Schauen wir uns bei diesen Vatertieren den prozentualen Vollblutanteil an, was sich durch das heutige Netzwerk (www.horsetelex.de) ganz einfach nachvollziehen lässt, stellen wir fest, dass diese Vererber einen durchschnittlichen Vollblutanteil von 40,95% im Pedigree besitzen.

 

Nach Durchforsten der 10 erfolgreichsten Springpferdevererber der Welt konnte ein durchschnittlicher Vollblutanteil von 48,39% festgestellt werden, wobei Quidam de Revel mit 62,89% den höchsten Anteil einnahm und Darco mit 29,69% den geringsten.

Unter diesen 10 besten Vererbern war lediglich Caretino (43,75%) an 6.Stelle zu finden. Carthago (45,90%) an 11. Stelle, Contender (43,75%) an 14. Stelle, Calido (36,91%) an 15. Stelle und Libero H (45,12%) an 17. Stelle sind weiterhin aus deutscher Sicht hier vertreten. Bedeutsam ist vor allem, dass es sich dabei ausschließlich um Holsteiner Genetik handelt. Von diesen Hengsten existieren momentan nur noch Contender und Calido, die im Frischsamenversand zu beziehen sind. Bei beiden Vererbern fällt jedoch auf, dass diese Hengste nicht mehr über den durchschnittlichen Anteil an Vollblutgenen verfügen und den Durchschnitt der weltbesten Vererber sogar nach unten drücken.

Vergleicht man dies jetzt mit der deutschen Zuchtwertschätzung ist es verwunderlich, warum keiner dieser Hengste unter den ersten 10 in Deutschland zu finden ist. Hier bestimmt seit Jahren Stakkato das Geschehen mit einem Vollblutanteil von 25,98%. Das kommt einem doch irgendwie fraglich vor, wie so etwas sein kann, wenn Stakkato nicht einmal zu den besten 20 Vererbern der Welt zählt. Ist die deutsche Zuchwertschätzung für den ambitionierten Züchter also heutzutage noch aufschlussreich, um erfolgreiche Springpferde zu produzieren?

Betrachten wir die Körergebnisse der letzten Jahre in Deutschland, so muss leider festgestellt werden, dass die Prämienhengste über noch weniger Vollblutgene verfügen und die Gefahr besteht, die erfolgreichste Nation in der Springpferdezucht zu sein, in immer weitere Ferne rückt.

Betrachten wir bspw. Das Springlot der westfälischen Körung aus dem Jahre 2012 so finden wir hier keine Vielfalt, sondern immer wieder Verbindungen zum angeblichen Starvererber Cornet Obolensky. Mal finden wir einen direkten Sohn von ihm als Vater eines Junghengstes, mal treten seine Gene in der Mutterlinie auf. Genau so verhält es sich auch mit Polydor, der hier gehäuft in Erscheinung tritt. Vollblutgene finden wir erst in hinteren Generationen wieder und diese sind meist recht spärlich vorhanden.

Ich möchte den Körkommissionen hier keine Vorwürfe machen, denn schließlich sind es die Züchter, die beginnen eine Vorauswahl zu treffen. Jedoch gebe ich zu bedenken, daß bei Vergabe der Körurteile möglicherweise bereits nach dem Endprodukt des reinen Sportpferdes entschieden wird und nicht nach der Maßgabe, inwieweit ein betreffender Hengst in der Lage sein könnte, einen Fortschritt herbeizuführen.

Nehmen wir als Beispiel für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt die stark frequentierten Hengste Askari und Levisto. Diese Hengste haben in der Vergangenheit gute und sehr gute Sportpferde hervorgebracht, jedoch hat keiner ihrer Nachkommen es geschafft, die Eigenleistung ihrer Väter zu überbieten. Lediglich mit der Anpaarung von Askari an eine Heraldik xx-Mutter ist es gelungen, durch „Araldik“ einen Sportler zu schaffen, der möglicherweise einmal in der Lage sein wird, die Erfolge seines Vaters zu überbieten. Gleichzeitig ist dieser Hengst „Gott sei Dank“ auch erkannt und gekört worden. Ein durchdachtes Management für den Sport wird hier durch Familie Gutmann durchgeführt. Hoffen wir, dass er in der Lage sein wird, seine in ihm gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Betrachten wir uns jedoch Nachkommen, die das Blut des Heraldik xx führen, stellen wir fest, dass diese Vollblutströme vorwiegend in der Vielseitigkeit zu Hause sind und nicht unbedingt im Springpferdebereich, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der Grund liegt möglicherweise in der Vererbungskraft von Heraldik xx, die ihn vielleicht nicht unbedingt zu einem Vollblüter für die Springpferdezucht machen. Sein Nachteil liegt in der Vererbung eines relativ langen Röhrbeins, was für Vielseitigkeitspferde sicherlich positiv zu bewerten ist, jedoch in der Springpferdezucht wohl eher nicht. Hier wünschen wir uns ein kürzeres Röhrbein und eine breite stabile Brust.

Viele Züchter legen heut Wert, bei einem Hengst ihrer Wahl, dass die Abstammung mit Hengsten angereichert ist, die im Springpferdesport Höchstes erreicht haben. Am besten wäre wohl ein Hengst Baloubet du Rouet x Darco x For Pleasure x Cento u.s.w.

Das ließt sich sicherlich sehr schön, aber betrachten wir die besten Vererber der Welt, so kommen bereits als Muttervater Hengste in Betracht, die in den meisten Fällen in der Springpferdezucht nicht die höchsten Maßstäbe erreicht haben. Lediglich der Vollbluteinfluß ist in der Regel recht hoch.

Starter, Nimmerdor, Codex, Nithard AA, Silvano, Metellus, Nankin, Artichaut, Masetto, Elf III, Calando, Oldenburg (Imperial), Lord Calando, Ramiro, Coriander, Landgraf, Ronald, Marco Polo---keiner dieser Mutterväter ist in der heutigen Rangliste als einer der besten Vererber zu erkennen.

Wir erinnern uns jedoch an die Umzüchtung des schweren Holsteiner Pferdes zum heutigen moderen Springpferd daran, wie wichtig es war dieser Rasse Vollblut zuzuführen. Herausragende Vollblüter waren hier Ladykiller xx, Cottage Son xx, Manometer xx, Wahnfried xx, Sacramento Song xx und Marlon xx. Besonderen Fortschritt gewann diese Zucht durch den Einsatz ihrer Söhne oder Enkel, wie Landgraf und Lord, Capitol, die den Holsteiner zu dem gemacht haben, was er heut darstellt. Diese Hengste führten einen Vollblutanteil von über 50% in ihren Genen.

Sicherlich ist es nur wenigen bekannt, dass der Weltrekord im Hochsprung durch ein Pferd von einem Vollblüter gehalten wird, jeder weiß aber, dass in Hindernisrennen viele Vollblüter ihre Springbegabung unter Beweis stellen. Wir kommen also nicht drum herum, uns wieder vermehrt mit Vollblutströme in der Zucht zu beschäftigen, wenn auch in Zukunft ein Zuchtfortschritt erreicht werden soll.

Jeder von uns weiß, dass die Parcours´ immer anspruchsvoller werden, mit schwierigen Wendungen, flacheren Auflagen und leichter fallendem Stangenmaterial. Um hier auch in Zukunft zu bestehen, benötigen wir schnelle, wendige und sensible Pferde, die intelligent und mit einer von Natur aus gegebenen Vorsicht ausgestattet sind.

Eine solche Sicherheit gibt uns nur ein blutgeprägtes Pferd mit einem Blutanteil von deutlich über 40%. Betrachten wir unsere Stutenbasis, die vielleicht momentan einen Blutanteil von durchschnittlich 25-30% (Holsteiner Stuten mal ausgenommen) aufweist und wir verpaaren hier einen Hengst, der momentan die Weltrangliste der Springpferdevererber anführt (Baloubet du Rouet 44,53%), erhalten wir ein Zuchtprodukt was durchschnittlich einen Blutanteil von 32,5-35% erhalten wird. Dies ist für die Zukunft noch zu wenig.

Nun bin ich selber auch Züchter und wagte mich vor 10 Jahren, eine meiner Stuten mit dem Vollbluthengst „Dream Dancer xx“ anzupaaren. Das Zuchtergebnis ist sicherlich vielen bekannt. Es ist der Hengst „Danthes H“, der anfangs ignoriert, später belächelt und heut akzeptiert und ernst genommen wird. Von allen Nachkommen aus dieser Stute ist er bislang der Erfolgreichste.

Dabei unternahm ich gerade mit dieser Stute verschiedene Experimente, was die Anpaarung betrifft. Eine Verpaarung mit ihrem Vollbruder ergab ein edles, etwas zu kleines Sportpferd, was im Springpferdebereich bis Kl.A und im Dressurbereich bis Kl.M erfolgreich wurde.

Eine Verpaarung mit dem Siegerhengst des 30-Tageveranlagungstestes Goldwing (22,07% xx-Anteil), der selbst sogar an den olympischen Spielen teilnahm, war erfolgreich bis Springpferdeprüfungen der Kl.L sicherlich mit Potenzial für mehr, wurde jedoch durch mich nicht weiter gefördert, sondern ging in die Vermarktung.

Eine Anpaarung mit Quicksilber (35,55% xx-Anteil), der ebenfalls den 30-Tagetest gewann und Weltmeister der jungen Springpferde wurde, brachte einen Nachkommen mit schöner Manier am Sprung, mittelprächtigen Reiteigenschaften und wenig Vermögen.

Ein Nachkomme von Chippendale (39,45% xx-Anteil) brachte eine ganz tolle Stute, die in Springpferdeprüfungen A und L siegreich und platziert war und eine sehr ordentliche SLP ablegte und heut mit einer Juniorin bis L-Springen erfolgreich ist. Gleichzeitig brachte diese Stute auch ein Championatsfohlen. Bei weiterer professioneller Förderung wären hier sicherlich auch Erfolge bis zur Kl.S zu erwarten gewesen, ob es jedoch bis in den internationalen Bereich gereicht hätte, ist fraglich.

Ein Nachkomme von Cyrano (34,57% xx-Anteil) und einer von Cellestial (43,75% xx-Anteil) sind noch nicht auswertbar, da noch nicht öffentlich vorgestellt oder zu jung.

Wie kommt es, dass gerade diese Vollblutgene in der Anpaarung an meine Stute ein Leistungsniveau bis auf S***-Springen international (1,50) erreicht hat?

Ganz einfach, weil in der Vollblutzucht seit je her auf Leistung gezüchtet wurde. Dies leider oft zu Lasten des Exterieurs, jedoch immer mit steigendem Erfolg.

Die Hengstleistungsprüfungen, die in der Warmblutzucht durchgeführt werden, entsprechen selten der Realität der Leistung eines Pferdes. Da wird auf Vermögen schnell eine 10 vergeben, wenn sich das Pferd im Freispringen überspringt oder auf Rittigkeit werden Noten vergeben, die ebenfalls subjektiv sind. Auch Charakter, Temperament und sonstige Eigenschaften sind nur subjektive Einschätzungen, die vorgenommen werden und rechtfertigen es nicht unbedingt objektiv zu sein, nur weil sie von einer Gruppe von Beurteilenden vorgenommen wird. Es sind immer noch subjektiv beurteilende Personen.

 

In der Rennpferdezucht kommt es immer auf die Zeit an. D.h. eine Sekunde ist in Deutschland eine Sekunde aber auch in Frankreich, England oder Amerika, also objektiv.

Wir benötigen also für die Warmblutzucht objektive Wertkriterien.

Bspw. Für das Freispringen. Hier wird Technik und Vermögen bewertet. Ist wirklich der schön basculierende, sich überspringende Hengst, das beste Pferd?

Es sollten Festlegungen für Abmessungen getroffen werden, wann für Vermögen welche Note vergeben wird. Einheitlich für jede HPA. Gleichzeitig sollte das Freispringen auf einer Ovalbahn durchgeführt werden, um die Zeit messen zu können, wie lange der Probant benötigt, um das Freispringen zu absolvieren. Ist er schnell und fehlerfrei bei höchsten Abmessungen, handelt es sich wahrscheinlich um das geschickteste, schnellste Pferd, der dann auch mit Höchstnoten durch objektive Bewertungskriterien der Beurteilenden rechnen kann.

Für den Springsport der Zukunft ist dies bedeutend, da auch die Parcours möglichst schnell und fehlerfrei überwunden werden sollen.

Nun wird es auch nach diesen Ausführungen Züchter geben, die Fehlstellungen und Exterieursmängel beim Zuchtprodukt befürchten, wenn sie ihre Stute mit Vollblut anpaaren.

Aber haben wir denn momentan eine Wahl?

Der Pferdemarkt liegt nahezu am Boden. Egal wie toll sich die Abstammung liest, der Verkauf bereitet den meisten Züchtern größte Schwierigkeiten. Sollten wir dann nicht vielleicht doch das Experiment wagen, wieder vermehrt mit Blutpferden anzupaaren?

Dabei ist es ja eigentlich gar kein Experiment, denn durch den Erfolg der Holsteiner Zucht, hat es sich ja bereits in mehrfacher Hinsicht bestätigt, dass die Zufuhr von Vollblutgenen Erfolg bringt.

Wer sich beim Anpaaren mit Vollbluthengsten zurück halten möchte, empfehle ich, sich nach Halbbluthengsten umzuschauen, die gekört wurden. In der Regel ist es so, dass diese Hengste keine gravierenden Exterieursmängel aufweisen, sonst wären sie bereits bei der Körung/Anerkennung für die Warmblutzucht durchgefallen. Wenn diese Hengste dann bereits über eine gute bis sehr gute Eigenleistung verfügen, spricht einer Anpaarung mit einem solchen Halbbluthengst nichts entgegen und man kann sicher sein, seiner Zucht einen ordentlichen Schuß Vollblut verpasst zu haben.

Zur Werbung in eigener Sache: Danthes H trägt in seinen Genen 57,03% Vollblut. Bei einer Anpaarung mit Stuten zwischen 25-30% erhalten wir ein Zuchtprodukt, das 41,01 - 43,51% Vollblutgene in sich führt. Ich glaube, es ist ein Wert über den es sich lohnt nachzudenken.

Danthes H ist momentan der erfolgreichste gekörte Halbbluthengst im Springen deutschlandweit.

 
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