Rund ums Pferd

Verhaltensstörungen bei Pferden

Besonderheiten des Pferdelebens, wie es unter natürlichen Bedingungen gelebt werden kann, fehlen dem aufgestallten Pferd. Insbesondere das Leben im Sozialverband und die unbegrenzte Zeit des Grasens. Der Wegfall dieser Gegebenheiten, kann zu Aktionen und Reaktionen bei Pferden führen, die aus der Sicht des Menschen unerwünscht sind.

Verhaltensabläufe lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

Solche, die dem Menschen als »normal« und erwünscht erscheinen und

solche, die dem Menschen als »nicht normal« und unerwünscht erscheinen.

Der Mensch versucht, bei den Pferden durch züchterische Selektion und durch direkte Einwirkungen wie

- Ausbildung, -Training, - Haltung

erwünschte Reaktionen hervorzubringen. Wenn diese im Rahmen der arttypischen Möglichkeiten der Pferde und des Individuums bleiben, gelingen den Tieren die Anpassung, die Erfüllung der Aufgaben, wobei dass immer Anpassung des Pferdes bedeutet. Geht das menschliche Bestreben über das Anpassungsvermögen des Pferdes hinaus oder ist der Mensch unfähig, auf die arttypischen Anforderungen einzugehen, erfolgen seitens des Tieres schadensvermeidende Reaktionen, die vom Menschen dann fälschlicherweise als Verhaltensstörungen bezeichnet werden. Wenn man aus dieser Sicht den Begriff „Untugenden des Pferdes" betrachtet, dann ergibt sich eine Unterteilung in zwei Kategorien, nämlich: Echte Verhaltensstörungen mit Schadensfolge für die Tiere und Schadensvermeidende Reaktionen im Sinne von Anpassung an ihre Haltung und die Einwirkung von Menschen. Verhaltensstörungen sind Koppen, Weben, Sich-nicht-Legen usw. Schadensvermeidende Reaktionen Scheuen, Stätigkeit, Bösartigkeit usw.

Verhaltensstörungen

Koppen

Beim Koppen schlucken die Pferde mit oder ohne Geräusch Luft ab. Dies geschieht in den meisten Fällen, indem die oberen Schneidezähne auf waagerechte Teile der Stalleinrichtung oder Koppel aufgesetzt werden. Man spricht dann vom

Aufsatzkopper.

In viel selteneren Fällen geschieht dies ohne Aufsetzung der oberen Schneidezähne, beim sog. Freikoppen. Dieses Luftabschlucken(Koppen) führt zu Gasansammlungen in Magen und Darm und kann zu Koliken, mangelhafter Futterverwertung und Entwicklungsstörungen bei Fohlen führen. . Falls das Aufsetzen der oberen Schneidezähne auf Metallteilen oder anderen harten Materialien erfolgt, kommt es zu starker Abnutzung der Schneidezähne, was zu vorzeitigem Zahnverlust führen kann. Neben den typischen Erscheinungsbildern des Koppens gibt es noch andere: Spielen mit der Zunge außerhalb oder innerhalb der Mundhöhle, begleitet von Saugbewegungen. Als auslösende Ursachen sind Entbehrung, Entzug oder Isolation von etwas Vertrautem, Verlust, Mangel, ungenügende Beschäftigung, Fütterungsfehler , mangelhaftes Stallklima und Ausbildungsfehler anzusehen Die Behauptung, das Koppen würde von Stallgenossen durch Lernen übernommen. ist nicht zu bestätigen. Bei Aufsatzkoppern muss darauf geachtet werden, dass im Stall und auf der Weide keine Aufsatzmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Als unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg muss tägliche intensive Beschäftigung des Pferdes sichergestellt sein. Nur wenige Pferdebesitzer zeigen Bereitschaft für den erforderlichen Aufwand.

Schlagen an die Boxenwände und Scharren

Durch die Häufigkeit solcher Aktionen können Schäden an den Extremitäten auftreten. Auslöser können Beginn der Fütterung und Heraus- oder Hereinführen von Stallgefährten sein. Sie werden als Bettelhandlungen entwickelt, wenn Betreuer oder Besucher den Fehler machen, dieses Verhalten durch Futterbelohnung zu intensivieren. Um die Verhaltensstörungen abzubauen oder gar nicht erst auszulösen, muss entsprechende Erziehungsarbeit bei den "Tierliebhabern" geleistet werden.

Beißen in die Gitter

Dieses Verhalten tritt bei Erregungszuständen besonders unmittelbar vor der Fütterung auf. Dabei kann es zu starker Abnutzung der Schneidezähne und eventuell zu vorzeitigem Zahnverlust kommen. Zahnfleischentzündungen. können auftreten. Die Er- regungszustände treten auf, weil solche Pferde nicht - wie in der Gruppenhaltung- ihren Sozialtrieb durch Auseinandersetzung mit den Artgenossen abreagieren können. Die Aktionen werden deshalb auf ein Ersatzobjekt gerichtet. Um dieses Erscheinungsbild abzubauen, müssen solche Pferde entweder im Stall umgestellt oder aber der Fütterungsablauf muss entsprechend geändert werden.

Weben

Beim Weben steht das Pferd mit leicht gespreizten Vorderbeinen und pendelt über Zeiträume mit Kopf und Hals rhythmisch von einer Seite zur anderen. In extremen Fällen führt das Pferd regelmäßig nickende, Bewegungen an den Wendepunkten aus. Je nach Größe des Ausschlagens schwingt der Vorderkörper mehr oder weniger weit mit. Die Vorderbeine bleiben entweder am Boden oder werden wechselseitig angehoben. Aktuelle Auslöser des Webens können sich wiederholende Vorgänge im Stall, wie Fütterung oder Herausführen von Stallgenossen und dergleichen sein. Das Weben kann als Ersatzhandlung betrachtet werden, die durch unzureichende Fortbewegung verursacht wird. Es ist davon auszugehen, dass bei besonders exzessivem Weben Schäden im Vorhandbereich nicht auszuschließen sind. Strafen als »Therapie«, wie Fixieren, Anschreien und Prügeln, bringt nichts, deshalb ist bei langjährigen Webern in der Regel eine Umstellung ihres Verhaltens kaum mehr möglich. Ansonsten, kann intensive Fortbewegung, sei es durch Arbeit, Weidegang zusammen mit Artgenossen oder Gruppenhaltung mit Auslauf, zum Abklingen dieser Verhaltensstörung führen.

Boxenlaufen

Kann auch bei einzeln im Auslauf gehaltenen Pferden auftreten, falls sie zu wenig beschäftigt sind und ihnen kein Kontakt zuArtgenossen ermöglicht wird. Die Fortbewegung erfolgt dann stundenlang im Schritt nach einem stets gleichen Muster, das am deutlich ausgetretenen Wechsel oder Trampelpfad zu erkennen ist.

Sich-nicht-Legen

Wenn ein Pferd sich über einen längeren Zeitraum, d. h. über mehrere Tage nicht legt kann das zweierlei Ursachen haben. Pferde sind gemäß ihrer Körper- und Verhaltensausstattung hochspezialisierte Fluchttiere. So kann es sein, dass ein Pferd sich deshalb nichtlegt, weil es mit seiner Umgebung nicht vertraut ist. Vor allem ältere Pferde legen sich erst dann, wenn sie sich absolut sicher fühlen, auch legen sie sich in Gesellschaft von Artgenossen eher, als wenn sie einzeln gehalten werden. Das Hinlegen kann auch deshalb nicht erfolgen, weil der unterer Teil der Box geschlossen ist, die Pferde dadurch bei Liegen keinen Kontakt zur Umwelt haben oder das Raumangebot für die Bewegungsabläufe beim Legen, Liegen und Aufstehen zu knapp sind. Auch die Einstreu kann Ursache des Nichtlegens sein. Wenn das Ruhen im Liegen über einen längeren Zeitraum verhindert wird, kann das trotz der besonderen anatomischen Eigenschaften des Pferdes schädliche Auswirkungen auf den Organismus haben. Die Regeneration ist durch Ruhen im Stehen allein nicht sichergestellt.

Schaden vermeidende Reaktionen

Scheuen

Das Scheuen ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Pferde hochspezialisierte Fluchttiere sind. Pferde scheuen, wenn ein Gegenstand oder eine Situation für sie gefährlich erscheint. Diese Reaktion dient zwar der Schadensvermeidung. Sie bringt aber Pferde sehr häufig erst recht in Gefahr, falls es ihnen gelingt, in wilder Panik davonzustürmen, und sie dabei erneut in gefährliche Situationen geraten. Als sinnvoll und wirklich schadensvermeidend hat sich dieses arttypische Verhalten im ursprünglichen Lebensraum auf Steppe und Savanne entwicklungsgeschichtlich bewährt. Erst die durch den Menschen geschaffene Umgebung wird im Falle der Panik zur Gefahrenquelle. Das Scheuen ist ein Ergebnis des Erkundens der Umwelt mittels der Sinnesorgane des Pferdes und wird durch verschiedenste Reize ausgelöst, es kann durch die Schaffung einer pferdegemäßen Haltungs- und Nutzungsumwelt, durch fachgerechte Ausbildung und Nutzung und insbesondere durch den Aufbau einer stabilen Vertrauensbasis zwischen Mensch und Pferd verhindert werden

Bösartigkeit

Böse im menschlichem Sinne ist auf Pferde nicht übertragbar. »Bösartiges« Verhalten von Pferden gegenüber dem Menschen - Beißen, Schlagen, An-die-Wand-Drücken und dergleichen sind für das Pferd eine schadensvermeidende Reaktion. Sie entsteht auf Grund fehlerhaften Umgangs mit dem Pferd, infolge fehlerhafter Ausbildung oder Nutzung Allerdings neigen bestimmte Pferde infolge fehlerhaften Umgangs mit ihnen „bösartig" zu reagieren. Es sind meist Pferde, die gute Anlagen im Sinne von Hochleistung besitzen. Sie reagieren empfindlicher auf menschliches Fehlverhalten als Durchschnittspferde. Wenn Pferde zu Beißern oder Schlägern, d. h. zu sogenannten „Verbrechern" geworden sind, bedarf es dann eines besonderen Einfühlungsvermögens des Betreuers, bei solchen »verdorbenen« Pferden ein solides Vertrauensverhältnis aufzubauen, um bei den Pferden ein mögliches Vergessen der sie prägenden Ereignisse zu ermöglichen, so dass derartige Tiere nicht ständig genötigt sind, zu beißen und zu schlagen, um Schaden von sich fernzuhalten.

Zungenstrecken

Als Zungenstrecken wird die Zunge des Pferdes zeitweilig oder dauernd aus der Mundhöhle herausgestreckt wird oder heraushängt. . Zungenstrecken ist letztendlich durch die fehlerhafte Anwendung des Gebisses bei oft harter Reiterhand bedingt. Bei zeitigem Erkennen kann durch Abstellen der Ursachen möglicherweise noch eine Änderung herbeigeführt werden.

Stätigkeit

Alle Formen der Stätigkeit sind von ihrer Entstehung her als schadensvermeidende Reaktionen anzusehen, die vom Ausbilder oder vom Benutzer nicht frühzeitig erkannt und abgestellt wurden und deswegen oft zeitlebens andauern. Ausnahmen könnten habituell, genetisch oder krankheitsbedingt sein. Für viele Menschen, die mit Pferden Umgang haben, werden solche Verhaltensformen auch gar nicht als durch sie selbst verursacht erkannt, sondern als „bewusste" Widersetzlichkeit« angesehen.

Allgemein

Stätigkeit beim Verladen und beim Transport, Sich-nicht-anbinden-Lassen, Kopfscheu, - Widersetzlichkeit beim Beschlagen Kleben, Steigen

Reiten

Stätigkeit beim Einzelreiten, Sattelzwang, Reitstätigkeit

Fahren

Strangschlagen, Leinefangen, Mangelhafte Zugfestigkeit, Durchgehen, Faulheit. Echte Verhaltensstörungen mit Schadensfolge für die Pferde und schadensvermeidende Reaktionen der Pferde sind durch die Einwirkung von Menschen hervorgerufen, bedingt durch Fehler bei der Haltung und Nutzung von Pferden.

 

 

 


Fütterung und Haltung

Weidehaltung

Je nach Vegetationsstand erfolgt Mitte bis Ende April der Weideauftrieb der Pferde. Für den Pferdehalter gibt es im Vorfeld, aber auch während der Saison einiges zu bedenken. Für das Pferd als Steppentier ist die Weidehaltung die Haltungsform, die seiner ursprünglichen Lebensweise am ehesten entspricht, denn es ist ständig in Bewegung und nimmt beinahe ganztägig Futter auf. Die damit im Zusammenhang stehende Bewegung wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus, insbesondere auch auf das Fundament.

Ein alter, jedoch noch heute gültiger Grundsatz besagt, dass ohne Weidehaltung eine Pferdezucht nicht möglich ist. Für Stuten und Fohlen,aber auch für ein- bis dreijährige Jungpferde ist Weidehaltung Pflicht. Im Allgemeinen beginnt die Weidehaltung im April/Mai und endet im Oktober/November. Pferde mit einem Lebendgewicht von 500- 600 kg benötigen eine Weidefläche von ca. 0,4- 0,6 ha. Sind die Leistungsanforderungen gering bis mittel, reicht das aufgenommene Grünfutter für Erhaltung und Leistung aus. Zu beachten sind dabei aber immer die Qualität und der Zustand der Weide. Wenn die örtlichen Gegebenheiten es er- möglichen, sollte die Einzäunung in Form eines Rechtecks erfolgen, denn dann entstehen möglichst lange Galoppierstrecken. Ein nicht vermeidbarer Nachteil sind dabei die Verluste durch niedergetretenes Gras. Wird Mist abgesetzt und nicht entfernt, bilden sich um diese Stellen die allseits bekannten Geilstellen mit der Folge, dass Weideunkräuter einen immer größeren Raum einnehmen, ganz abgesehen von einer möglichen Parasitenbelastung. Daher ist eine sorgfältige Weidepflege mit geeigneten Geräten durch nichts ersetzbar, denn sonst droht - neben dem Infektionsdruck auf die Tiere - eine völlige Zerstörung des Pflanzen- und Kräuterbestands. Das Pferd ist in der freien Natur oder auf der Weide 12 bis 18 Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Das bedeutet. dass es über den ganzen Tag verteilt kleine Futtermengen zu sich nimmt, was wiederum mit seinem relativ kleinen Magen zusammenhängt. Dabei bewegt sich das Pferd langsam und stetig vorwärts, was ebenfalls wichtig für die Verdauung ist. Wenn ein Pferd zu fressen aufhört. dann kaum, weil es gesättigt ist. sondern eher, weil es müde ist. Bei der Wahl der Pferdehaltung sollte das oberste Gebot die Erfüllung der Grundbedürfnisse des Pferdes sein. Ganz wichtig zu berücksichtigen ist, dass Pferde Bewegungstiere sind. In freier Wildbahn sind Pferde 10 bis 16 Stunden - meist zur Futtersuche - unterwegs. Dieser Bewegunsbedarf kann nicht allein über den Reit- und Fahrsport gedeckt werden. Daher sollten Sie versuchen den Bewegungsbedarf mit der Pferdehaltung auszugleichen, indem Sie Ihrem Pferd möglichst viel Gelegenheit zur selbständigen Bewegung ermöglichen. Außerdem sollten Sie bei Ihrer Pferdehaltung beachten, dass Pferde ausgeprägte Herdentiere sind. Nur im Herdenverband fühlen sie sich sicher und haben die Möglichkeit Sozialkontakte mit anderen Artgenossen zu pflegen. Der Kontakt zu anderen Pferden ist sehr wichtig bei der Pferdehaltung! Staubige Luft, sowie staubiges Futter sind heutzutage die größten Probleme für die empfindlichen Atmungsorgane des Pferdes. Um Schäden an den Atmungsorganen vorzubeugen, sorgen Sie bei Ihrer Pferdehaltung dafür, dass Ihr Pferd viel Kontakt zu frischer Luft, Sonnenlicht und staubfreiem Futter erhält. 

Ein Pferd trinkt zwischen 30-60 Liter pro Tag. Diese Menge kann bei der Weidehaltung-frisches Saftiges Gün- zurückgehen. Desweiteren ist bei der Fütterung zu beachten, dass Ihr Pferd für seine Größe einen relativ kleinen Magen hat. Deswegen muss über den Tag verteilt genügend Futter in angemessenen Mengen verfügbar sein. Ist dies nicht gewährleistet, könnte eine Kolik die Folge sein. Unter Weidehaltung wird die ganztägige oder ständige (Tag und Nacht) Haltung von Pferden auf der Weide verstanden. Die Weidehaltung entspricht am ehesten einer artgerechten (verhaltensgerechten) Haltung von Pferden. Da Pferde Herdentiere sind, sollte die Weidehaltung auch in der Gruppe, als Herde, erfolgen. Dient der Herde die Weide als Lebensraum, stellen die „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft" Die Fläche: 0,6 Hektar (vorzugsweise 0,8) müssen pro Pferd an Weidefläche zur Verfügung stehen. Da Pferde von Natur aus gesellige Tiere sind sollten sie in Gruppen gehalten werden. Dann müssen sie auch die Fläche mit der Anzahl der Pferde multiplizieren. Im Idealfall soll die Fläche so groß sein, dass sie unterteilt werden kann und einen systematischen Wechsel der beweideten Flächen ermöglicht. Während ihr Pferd auf der einen Hälfte weidet, kann sich auf der anderen Seite die Grasnarbe erholen. Die Fläche die am leichtesten trocknet, sollte während der nasseren Monate genutzt werden. Die Tiere müssen in Abhängigkeit von der Vegetation bis zur Deckung ihres Energiebedarfs zugefüttert werden. Als Faustregel kann während der Weidesaison von Frühjahr bis Herbst je Großpferd ein Hektar (ha) gerechnet werden. Im Winter ist der Bedarf bei Koppelpferden höher, da sie mehr Energie für die Wärmeproduktion und Regulation aufwenden müssen als Stallpferde, so dass zumindest eine Zufütterung von Rauhfutter in dieser Jahreszeit fast immer notwendig ist.


Zäune:

Als Einzäunung dient am besten eine ungiftige dichte Hecke, die natürlichen Schutz vor den Elementen bietet. Sollte dies jedoch nicht möglich sein genügt ein dreifacher Lattenzaun oder eine Umzäunung aus straff gespanntem Draht. Stacheldraht sollte nicht verwendet werden, da er schwere Verletzungen verursachen und auch die widerstandsfähigsten Pferdedecken beschädigen kann. Auch Maschendraht kann gefährlich sein, wenn ein Pferd im Boden scharrt und sich ein Fuß dabei im Draht verfängt. Breitband- Elektrozäune sollten in Kombination mit Lattenzäunen verwendet werden. Das Gatter sollte sich grundsätzlich in Richtung Koppel öffnen und breit genug für ein Fahrzeug sein. Sichern sie die Gatter an beiden Seiten mit Vorhangschlössern um Diebstahl zu vermeiden.


Wasserversorgung:

Die Versorgung mit sauberem, frischen Wasser ist enorm wichtig. Ein Pferd trinkt zwischen 30-60 Liter pro Tag. Kleine stehende Gewässer oder Wasserläufe mit sandigem Boden sind ungeeignet. Selbstfüllende Tröge sind eine gute Lösung, müssen jedoch regelmäßig gereinigt und im Winter von Eis befreit werden. Selbsttränken auf den Koppeln und Ausläufen sind sehr günstig. Es können auch Eimer verwendet werden, sofern das Pferd sie nicht umstößt. An normalen Tagen sollte die Eimer bis zu zweimal pro Tag kontrolliert und aufgefüllt werden, im Sommer und an besonders heißen Tagen sollte laufend kontrolliert werden. Selbsttränken über Pumpen oder Leitungen sind sehr vorteilhaft. Grünfutter enthält zwar relativ viel Wasser, aber dennoch müssen pro Pferd von 500 - 600 kg Lebendgewicht pro Tag ca. 20 - 30 l Wasser zur Verfügung stehen.


Schutz vor der Witterung:

Auf der Koppel sollte es eine Art Schutz oder Unterstand geben. Bäume und Hecken stellen den besten natürlich Schutz dar. Ein selbstgebauter Schutz sollte drei Wände haben und dem Wind abgewandt sein. Das Dach sollte völlig dicht sein und der Untergrund wasserabweisend sein. Der Unterstand sollte regelmäßig inspiziert werden. Er sollte an drei Seiten geschlossen sein, die offene Seite nach Osten hin gerichtet. Je Großpferd sollten 9 - 10 m2 zur Verfügung stehen, für Kleinpferde 6 - 7 m2. Vorteilhaft wäre es, wenn in ca. 2,50 m Höhe eine Zwischendecke mit Balken eingezogen wäre, auf der man beispielsweise Strohballen lagern kann. Dies bewirkt zudem eine gute Isolierung gegen Kälte und Hitze. Bevor ein Unterstand errichtet wird, ist bei der Kreisverwaltung nachzufragen, welche Bedingungen erfüllt werden müssen.


Ponyrassen, die meist kargen Gegenden entstammen und gute Futterverwerter sind, können sich an zu reich- haltigem Futter regelrecht zu Tode fressen. Es ist besser, einem Pferd täglich mehrere kleine Mahlzeiten als wenige große Mahlzeiten zu geben. Die Ernährung sollte ausgewogen sein: Es muss unter anderem auf den Gehalt an Rohfaser, Eiweiß sowie Vitaminen und Mineralstoffen geachtet werden. Dabei ist es wichtig, dass für jedes Pferd die passende Futterration genau errechnet wird. Auskünfte über die richtige Futterzusammenstellung erhaltet ihr zum Beispiel beim Züchter oder beim Tierarzt. Wichtig ist die gute Futterqualität, so dürfen Heu und Stroh nicht schimmelig sein und auch das Kraftfutter sollte keine Verunreinigungen aufweisen. Als schmackhafte Beigabe schätzen Pferde Karotten, Rote Beete und Äpfel. Diese eignen sich auch gut als eine "gesunde" Belohnung im Gegensatz zum oftmals verwendeten Zuckerstückchen.


 

Ausbildung an der Doppellonge

Die Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes an der Doppellonge hat viele Gründe. Bevor ein Pferd angespannt werden kann, wird es zuerst an die Doppellonge gewöhnt, deshalb gehört zur Grundausbildung des Fahrpferdes die Arbeit an der Doppellonge. Besonders bewährt hat sich die Arbeit von Dressurpferden. Durch die kontinuierliche Arbeit an der Doppellonge können Lektionen erarbeitet werden und Tragkraft, Schwung und Versammlung verbessert werden. Auch für Korrekturpferde eignet sich diese Art der Ausbildung. Aber auch Ponys können an der Doppellonge ausgebildet werden und können jede Lektion erlernen, die sie unter dem Reiter auch erlernen können, dies ist von Vorteil wenn Erwachsene Ponys ausbilden, aber zu groß und zu schwer zum Reiten sind. 
Ist das junge Pferd an Kappzaum und Gurt gewöhnt kann die Longenarbeit beginnen. Zu nächst wird das Pferd an einer Longe longiert, welche am Kappzaum eingehangen wird. Zu den Arbeitsmitteln des Longenführers gehören die Longe, die Peitsche und die Stimme. Die Peitsche hat den Zweck Faulheit zu bestrafen, Aufzufrischen und den Gehorsam auf die Stimme zu verfeinern. Das Pferd muss zu erst lernen die Peitsche nicht zu fürchten, deshalb sollte es mit der Peitsche in ruhigen Bewegungen am ganzen Körper berührt und gestreichelt werden. Die Peitsche wird nur genutzt wenn das Pferd auf die Stimme nicht reagiert. Reagiert das Pferd auf die stimmliche Aufforderung nicht, wird es sofort mit der Peitsche aufgefordert, das hat den Sinn dass die Peitsche immer überflüssiger wird und das Pferd lernt auf kleinste stimmliche Hilfen zu reagieren.
Für das Verständnis zwischen Führer und Pferd ist es wichtig, dass dieser mit unterscheidbaren Ausdrücken und Betonungen arbeitet. Soll das Pferd schnell reagieren, sind kurze, knappe Silben in hoher Stimmlage mit mehrmaliger Wiederholung nötig. Lang gezogene Silben in gedämpften Tonlagen haben dagegen eine beruhigende Wirkung.  Zum Losgehen im Schritt eignet sich in scharfem Ton "Schritt marsch!", zum antraben 
"Ter-rab"! und zum Angaloppieren "Ga-lopp!" . Zum antreiben in der gleichen Gangart kann schnalzen benutzt werden. Vom Galopp zum Trab kommt man durch ein langegezogenes, tiefes "Ter-rab...." und genauso zum Schritt mit "Scher-ritt....", zum Halten kommt das Pferd durch ein tiefes, langes "Halt....".
Die stimmlichen Hilfen werden in der weiteren Ausbildung gefestigt, jetzt wird die zweite Longe auf der anderen Seite des Kappzaums eingeschnallt. Dafür wird die Leine die über den Rücken geführt wird, durch den Ring am Gurt gezogen und dann seitlich am Kappzaum verschnallt. Die innere Leine führt durch den Ring im Kappzaum zum Gurt und wird dort befestigt. Bei dieser Art der Verschnallung ist die Kontrolle zunächst am Größten, jedoch muss mit ruhiger und weicher Hand eingewirkt werden, um das Pferd nicht zu Überzäumen. Einige Pferde verkriechen bzw. rollen sich schnell ein, dann sollte die gleiche Verschnallung wie Außen gewählt werden. Die äußere Leine bleibt über dem Rücken des Pferdes, so kann sich das Pferd an die beidseitige Führung gewöhnen, ohne das zusätzlich die zweite Leine um die Kruppe hängt. Jetzt schickt man es erstmal geradeaus vorwärts und sorgt dafür das es den Abstand einhält und lässt es allmählich auf den Zirkel gehen. Hierbei fällt das junge Pferd meist mit der Hinterhand aus, dann schickt man das Pferd immer wieder gerade aus und geht dabei seitlich neben dem Pferd her, um es gerade zu halten. Das Pferd kann durch schlängeln der inneren Leine Außen gehalten werden. Mit der Inneren Longe erarbeitet man sich die Biegung des Pferdes, sollte das Pferd den Zirkel oder die Ecke abkürzen, schickt man es sofort wieder gerade aus. Es hat sich bewährt immer wieder zwischen Zirkel  und ein Stück geradeaus zu wechseln, sodass man den gesamten Platz den man zur Verfügung hat nutzen kann. Das erhält die Aufmerksamkeit des Pferdes und schafft Abwechslung. Das Pferd lernt damit auf ein Verlängern der Leinen den Zirkel zu vergrößern und bei anstehender Leine geradeaus zu gehen. Diese anfänglichen Übungen werden in allen drei Grundgangarten praktiziert. Hat sich das Pferd an die Doppellonge und die Arbeit damit, in allen drei Grundgangarten, gewöhnt, können nun auch Tempiwechsel geübt werden. Auf der Geraden zulegen und in den Wendungen wird das Tempo verkürzt, das Antreten und Zurüchnehmen fördert die Schubkraft und die Hinterhandmuskulatur und was sehr wichtig ist das Pferd beginnt sich vorwärts-abwärts zu dehnen und den Rücken aufzuwölben. Man sollte sich klar machen, dass dies alles bei der Arbeit mit dem Kappzaum geschieht und das Pferdemaul völlig unangetastet bleibt! Jetzt ist das Erlernen des Handwechsels an der Reihe. Bei dem Handwechsel wird die Longe das Erste Mal um die Hinterhand geschlungen. Diese Arbeit kann man vorbereiten, in dem man dem Pferd eine Bandage am Gurt befestigt und diese um die Hinterhand legt und auf der anderen Seite am Gurt verknotet und das Pferd einige Minuten im Schritt führt, sodass das Pferd sich daran gewöhnen kann. Danach werden die Longen auf beiden Seiten gleich eingeschnallt, d.h. wieder wie zuvor durch den Ring am Gurt seitlich im Kappzaum verschnallt.  Die ersten Handwechsel werden im Schritt durchgeführt, zur Vorbereitung sollte man das Pferd geradeaus schicken und seitlich daneben und dann hinter dem Pferd herlaufen. Man befindet sich dann im toten Winkel, was viele Pferde beunruhigt, deshalb sollte man ruhig mit ihm reden. Funktioniert dies, kann man den Handwechsel nun probieren. Dazu legt man sich die Longen zu großen Schlaufen in die Hand, das vereinfacht den Umgang damit, denn beim Handwechsel muss die innere Leine zunächste ca. 1,50m nachgeben und die Äußere, die neue Innere wird ca. um 1,50m verkürzt werden. Vor dem Wechsel wird die Peitsche hinter dem Rücken gewechselt. Am einfachsten ist eine Kehrvolte . Dazu geht das Pferd geradeaus, der Ausbilder seitlich daneben und führt das Pferd bis zur nächsten Ecke. Dort führt er es auf einen kleinen Kreis und stellt es nach der Wendung geradeaus, läuft kurz hinter dem Pferd, verkürzt dann die neue innere Longe , lässt die neue äußere Longe heraus und geht nun seitlich auf der anderen Seite des Pferdes. Nach einigen Übungen ist das nachfassen und verlängern der Leinen automatisiert. Die Handwechsel können später auch im Trab durchgeführt werden. Außerdem kann eine Acht als Handwechsel dienen oder durch den Zirkel gewechselt werden, es ist alles möglich was beim Reiten möglich ist. Nun kann man sich an die Arbeit mit Trense herantasten, hier ist ein besonders dickes Gebiss von Vorteil, am Besten ein Knebelgebiss, dass durch die seitlichen Schenkel ruhig im Pferdemaul liegen bleibt. Bei der Arbeit auf Trense ist viel Gefühl erforderlich und es sollte stets das Ziel sein mit wenig Handeinwirkung zu arbeiten. In der weiteren Ausbildung an der Doppellonge können Seitengänge wie Renvers, Travers, Schulterherein, Traversalen, Passage und Piaffe ausgebildet werden. Es ist sogar möglich ein Pferd nur durch Doppellonge auszubilden, ohne es zu reiten. Die ersten Sprünge kann ein Pferd ebenfalls an der Doppellonge erlernen bzw. können später auch Bascule und Springtechnik verbessert werden. Die Arbeit an der Doppellonge verbessert Geschmeidigkeit der Gänge,Schub-und Tragkraft, Schwung, Beweglichkeit, Losgelassenheit, kräftigt die Muskulatur, fördert die Rückentätigkeit und hilft bei der Gesunderhaltung des Pferdes. Außerdem schafft es Abwechslung und erleichtert das Erlernen einiger Lektionen. Korrekturpferde können oft mit großem Erfolg an der Doppellonge gearbeitet werden, da kein Reiter nötig ist. Es gibt viele Vorteile diese Arbeit in den täglichen Trainingsplan aufzunehmen.
 

Ausbildung eines Springpferdes

Ein Pferd kann vielseitig ausgebildet werden. In jedem Fall fördert Springgymnastik  die Losgelassenheit und die Elastizität des Pferdes. Daher tut es jedem Reitpferd gut eine solche Gymnastik in seinem gegebenen Rahmen durchzuführen.

Freispringen

 Junge Pferde werden schon zeitig mit dem Freispringen vertraut gemacht, denn es dient oftmals für eine frühe Beurteilung des Pferdes, hinsichtlich Springvermögen und Technik. Zum Freispringen sollte eine Reithalle zur Verfügung stehen, in der die Springreihe aufgebaut werden kann. Die einzelnen Sprünge sollten aus Stangen oder Planken bestehen und nicht aus Cavalettis oder Unterstellteilen, denn da ist die Verletzungsgefahr zu groß. Der Gang wird mit Fängen abgegrenzt, wobei vor und hinter einem Sprung eine Lücke bleiben sollte damit der Peitschenführer  einschreiten kann. Die Fänge werden in Springrichtung bis um die nächste Ecke gestellt, sodass am Ende des Ganges das Pferd von einem Helfer abgefangen werden kann. In die Ecken sollte auch ein Fang gestellt werden um diese abzurunden. Bevor das Pferd mit dem Springen beginnt sollte es gelöst werden bzw. etwas Zeit zum Aufwärmen bekommen.  Zu Beginn sollte das junge Pferd ohne Sprünge durch den Gang laufen dürfen erst im Schritt und dann im Trabe. Danach sollte ein sehr kleines Hindernis aufgebaut werden, welches das Pferd, das in die Reihe hineingeführt wird, aus dem Trab überwinden kann.
Jetzt kann ein In-Out oder eine Kombination mit einem Galoppsprung aufgebaut werden. Weiterhin kann die Anzahl der Hindernisse erweitert werden und auf eine Distanz von einem Galoppsprung ein Steilsprung und daran auf zwei Galoppsprünge ein Oxer angeschlossen werden. Eine Erweiterung der Reihe sollte nur erfolgen wenn das Pferd die ihm gestellte Aufgabe ruhig und ohne Verkrampfung und Hast erledigt hat.
 Nach dem Springen der Reihe sollte ein Helfer, am Ende des Ganges, das Pferd abfangen und mit einem Leckerli o.ä. belohnen. Die Distanzen müssen unbedingt an den Galoppsprung des Pferdes angepasst werden. Die Höhe der Hindernisse sollte bei den jungen Pferden, bei den ersten Freispringen noch klein gehalten werden. Erst nach mehrmaligem Springen kann etwas höher gebaut werden. Jedoch sollte ein unnötiges "hochziehen" der Stangen um das Springvermögen auszutesten, bei dem noch jungen untrainiertem Pferd vermieden werden.  Das Pferd sollte zum Freispringen eine Trense tragen, zum Anführen kann man einen Strick zu einer Schlaufe legen und diesen durch beide Trensenringe ziehen, den kann man dann leicht und schnell heraus ziehen, wenn das Pferd in die Reihe geht. Aus Sicherheitsgründen sollte das Pferd immer von der Innenseite angeführt werden. Außerdem schützen Gamaschen, Springglocken und Streichkappen das Pferd vor Verletzungen. Es sollte das Freispringen mit einer kleinen Hindernisreihe beendet werden und das Pferd bis zum völligen Ruhepuls geführt werden bevor es in die Box zurückkehren kann. Bei Unsicherheiten, verkrampften Sprüngen oder Verweigerungen ist es ratsam die Anforderungen zu senken und einen Schritt zurück zu gehen.

Springen unter dem Reiter

Das Pferd sollte die Prinzipien der treibenden Hilfen und verhaltenen Hilfen, d.h. Antraben, Angaloppieren und zum Schritt und zum Trab durchparieren akzeptieren und unabhängig vom 1. Hufschlag zwischen beiden Schenkeln gehalten werden können, bevor mit dem Springen unter dem Sattel begonnen werden kann. Vor dem eigentlichen Springen lohnt es sich in die tägliche Arbeit Trabstangen und umgedrehte Cavalettis einzubauen, um das Pferd an die Stangen zu gewöhnen.  Grundsätzlich ist zu betonen, dass auf ein junges Pferd ein erfahrener Reiter gehört, denn schnell schleichen sich Fehler ein die später nicht mehr zu beheben sein können. Zu Beginn der Springausbildung sollte vorwiegend über kleine Kreuze gesprungen werden, diese erleichtern das Taxieren. Diese Kreuze sollten so niedrig sein, dass das Pferd diese auch bei kurzem Zögern problemlos  überwinden kann.  Bevor gesprungen wird sollte das Pferd gelöst aber auf keinen Fall ermüdet sein. Links und rechts des Kreuzes werden Fänge aufgebaut, die verhindern ein Vorbeirennen des Pferdes. Gesprungen wird am Anfang aus dem Trab, so kommt das Pferd immer gut zum Sprung. Das Pferd sollte nicht übertrieben mit Druck an den Sprung gebracht werden, außerdem sollte das Pferd nicht an den Absprungpunkt heran geritten werden und dann abgedrückt werden, das Pferd soll alleine lernen den richtigen Absprungpunkt zu finden und mitdenken dürfen. Wichtig ist, dass das Hindernis gerade angeritten wird und nach dem Hindernis auch geradeaus weiter geritten wird. Der erste Sprung wird solange wiederholt bis das Pferd ohne zu zögern und losgelassen springt, dann kann ein neues Hindernis angeritten werden. Das erste Training sollte nach einem guten, lockerem Sprung beendet werden, bevor das Pferd völlig ermüdet ist.  In der Springausbildung werden Pferde 3-4 Mal pro Woche über Hindernisse und Stangen gearbeitet.  Das Springen von Gymnastikreihen fördert Elastizität und Geschmeidigkeit und kräftigt die Muskulatur. An eine Hindernisreihe kann sich schrittweise heran getastet werden. Zu erst wird vor das erste Kreuz im Abstand von 2,20 m eine Trabstange gelegt, hinter das Kreuz legt man dann im Abstand von ca. 3,20m eine Planke. Diese Übung wird so oft wiederholt bis das Pferd locker und flüssig die Hindernisse überwindet. Die Übung wird durch ein weiteres Kreuz im Abstand von 2,80m und dahinter einer Planke im Abstand von 3,50m erweitert. Überwindet das Pferd auch diese Aufgabe gut , kann die Reihe durch noch ein Kreuz im Abstand von 3m und eine Planke im Abstand von 3,70m  erweitert werden.
Im Rahmen der Grundausbildung können durch ausgewählte Übungen Ryhthmus, Rückentätigkeit, Taxiervermögen, Technik, Schnellkraft und Reaktionsschnelligkeit verbessert werden. Die Rückentätigkeit kann durch häufigen Wechsel zwischen Arbeits- und Dehnungshaltung, Schulterherein und häufiges Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen in allen drei Grundgangarten gefördert werden. Die Bascule kann durch einige Übungen verbessert werden, z.B. durch eine Hindernisreihe, die mit einem In-Out beginnt , auf das im Abstand von ca. 5,80m ein Oxer steht, auf dem im Abstand von ca. 6,20m ein Oxer folgt und im Abstand von 6m der nächste Oxer folgt. Diese Reihe sollte wieder schrittweise erweitert werden, nachdem das Pferd gut gelöst einige Male das In-Out überwunden hat. Die Abstände zwischen den Hindernissen sind nur Richtangaben und müssen dem Galoppsprung des Pferdes angepasst werden. Ein wichtiger Punkt in der Grundausbildung ist die Schulung des Taxiervermögens des Pferdes. Das Pferd sollte lernen selbst den Absprungpunkt zu finden und länger Distanzen zu überbrücken. Dazu können Übungen mit verschiedenen Distanzen helfen. Zum Beispiel kann man sich eine Distanz im richtigen Abstand von 2 oder 3 Galoppsprüngen etwas weiter ziehen, sodass 3 oder 4 Galoppsprünge nötig sind. Die Vorderbeintechnik kann durch Klettern, Übergänge, Cavalettiarbeit und Seitengänge verbessert werden, da so die Beweglichkeit der Gliedmaßen geschult wird. Außerdem kann bei einem In-Out der Aussprung etwas höher gelegt werden oder aus engeren Wendungen heraus gesprungen werden. Die Hinterbeintechnik kann durch die Förderung  der Beugfähigkeit der Hinterbeine verbessert werden. Dazu sind Übungen wie Kurzkehrt, Rückwärtsrichten, Cavalettiarbeit und Klettern im Gelände geeignet. Außerdem sollte die Versammlung gefördert werden und das Pferd zum vermehrten Lastaufnehmen animiert werden. Die Schnellkraft kann vor allem durch eine Reihe von In-Outs verbessert werden oder durch Hoch-Weit-Sprünge aus engeren Distanzen.
Die Reaktionsschnelligkeit kann durch häufigen Wechsel von Distanzen, Hindernismaterial und Trainingsplätzen verbessert werden.
Diese Springgymnastik sollte in der Grundausbildung eines jeden Pferdes zu finden sein, auch ein Dressurpferd ist über eine solche Abwechslung und Gymnastizierung sehr dankbar. Der Effekt dieser Übungen ist deshalb so gut, weil durch kleine Höhen und Anforderungen ein hoher Grad an Gymnastizierung erreicht wird.  Das Pferd hat jetzt gelernt Vertrauen zum Sprung zu entwickeln und kleine Hindernisse und Reihen locker und flüssig zu überwinden. Außerdem wurde die Muskulatur gekräftigt und die Rückentätigkeit aktiviert. Die weitere Ausbildung als Springpferd beinhaltet in jeder Trainingsstunde die Grundpfeiler Takt-Losgelassenheit-Anlehnung-Schwung-Geraderichtung-Versammlung, diese greifen ineinander und es sollte stets daran gearbeitet werden Schwung, Geraderichtung und Versammlung zu verbessern und zu fördern. 
Das junge Springpferd muss nun lernen verschiedene Sprünge hintereinander zu springen, d.h. es muss lernen einen Parcours zu absolvieren.
Dazu können am Anfang 2 oder 3 Hindernisse kombiniert werden und Schritt für Schritt kommt ein weiteres Hindernis dazu. Wenn die Durchlässigkeit nach einigen Sprüngen verloren geht, sollte diese wieder in Ordnung gebracht werden, um dann wieder die nächsten Sprünge anzureiten. Solange bis ein kompletter Parcours entstanden ist. Das klappt nicht in einer Trainingseinheit, jedes Pferd hat ein anderes Lerntempo, aber kleine Schritte führen zum Erfolg. Die Ausbildung ist dennoch nicht abgeschlossen, bis ein Pferd in den gehobenen Springsport angekommen ist, folgen jetzt Springpferdeprüfungen für die 4- und 5-jährigen, bei den 6-jährigen steigen die Anforderungen und die Parcours werden technisch anspruchsvoller. 7-jährig müssen diese sich in Youngster-Touren messen und sind dem Großen Sport ein Stückchen näher.


 
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