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Zuchtverband deutscher Pferde

1984 wurde der Zuchtverband deutscher Pferde anerkannt und arbeitet seitdem überregional in ganz Deutschland. Der Zuchtverband verfolgt das Ziel den Züchtern in der Zucht mehr Freiheiten zu gewähren und sie dennoch angemessen und kompetent zu beraten. Beim ZfdP sind alle Hengste anerkennungs- und eintragungsfähig die auch bei anderen anerkannten Züchtervereinigungen der EU eingetragen sind. Bei diesem Zuchtverband findet keine Diskriminierung hinsichtlich der Farbe oder des Herkunftsgebietes statt. Deswegen ist wahrscheinlich auch der Aufwärtstrend gerade in den Spezialrassen zu beobachten. Zur Zeit sind 4700 Zuchtpferde in verschiedenen Zuchtbüchern eingetragen.

Link Zuchtverband für deutsche Pferde

 
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Die Zuchtgebiete

In den einzelnen Gebieten Deutschlands entstanden zunächst lokale Schläge, dann Rassen, die je nach Verwendungszweck ganz unterschiedlich sein konnten. Genutzt wurden die Pferde entweder für die Landwirtschaft oder für die Kavallerie, je nach dem was in einem Zuchtgebiet vorherrschte wurde diese Zuchtziel verfolgt. Für die Kavallerie waren leichte und ausdauernde Pferde nötig, in der Landwirtschaft hingegen wurden schwere Pferde größeren Kalibers benötigt. Dadurch spezialisierten sich die einzelnen Zuchtgebiete und die Bandbreite reichte von in Ostpreußen gezüchteten Pferden mit hohem Vollblutanteil, über den Hannoveraner und Holsteiner als Artellerie-Stangenpferd, den Oldenburger bis hin zum schwersten Warmblut , dem Ostfriesen. Den größten Einfluss hatten natürlich die Landgestüte, welche den Züchtern die Hengste zur Verfügung stellten. Um die Staatskassen zu füllen oder auch um selbst junge Pferde für die Kavallerie zu züchten entstanden die Landgestüte. 1732 wurde vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. das Hauptgestüt Trakehnen gegründet. Zur Förderung der Landwirtschaft gründeten Georg der II., König von Großbritannien und Herzog zu Braunschweig-Lüneburg 1737 das Landgestüt Celle. Nachdem durch Technisierung und Fortschritt die Pferde aus der Nutzung in der Landwirtschaft verschwanden und das Reiten als Freizeitaktivität an Beliebtheit gewann, änderte sich auch das Zuchtziel der einzelnen Zuchtgebiete. Es begann in den 60iger Jahren ein Umzüchtungsprozess bei dem vor allem Trakehner, Vollblüter und Araber zur Veredelung eingesetzt wurden. Eine solche lange Tradition ist in der Ponyzucht nicht erkennbar. Nur die im Merfelder Bruch lebenden Dülmener Pferde werden schon seit dem 14. Jahrhundert gezüchtet. In Schleswig- Holstein gab es mit dem Lehmkuhlener eine eigene Ponyzucht und in Westfalen mit dem Nordkirchener Wildbahn-Pony auch. Aber auch der Haflinger wird seit den 30er Jahren in Deutschland gezüchtet. Durch die Rationalisierung und Mechanisierung verlor vor allem die Kaltblutzucht an Bedeutung. In einigen Regionen wird sie nur noch aus Tradition anstatt aus Nutzen fortgeführt.

Deutsches Reitpferd

Am 22. 04. 1975 beschlossen die Verbände einstimmig das Rahmenzuchtziel des Deutschen Reitpferdes als Oberbegriff der Pferde der regionalen Warmblutzuchtgebiete:

„Gezüchtet wird ein edles, großliniges und korrektes Reitpferd mit schwungvollen, raumgreifenden, elastischen Bewegungen, das aufgrund seines Temperaments, seines Charakters und seiner Rittigkeit für Reitzwecke jeder Art geeignet ist."

 

Trotz dieser Formulierung hat jedes einzelne Zuchtgebiet noch ein eigenes Zuchtziel verfasst, wodurch sich natürlich die einzelnen Zuchten voneinander abheben. Der Zuchtverband der Trakehner und der Zuchtverband für deutsche Pferde sind zwei Zuchtverbände die bundesweit arbeiten.

 

 
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Die Zucht

 

Bereits im Altertum vermehrte der Mensch die Tiere die er zur Arbeit und zum Leben brauchte. Das Pferd diente dem Menschen in der Landwirtschaft, zum Transport und im Krieg. Die Zuchtwahlkriterien dieser Zeit waren Leistung und Verhalten der Pferde. Vor ca. 40 Jahren begann man in Deutschland in der Pferdezucht eine überlegte Auswahl von Paarungspartnern zu treffen und nicht mehr Pferde zu vermehren. Das bedeutet bei der Kombination von Stute und Hengst wurde jetzt versucht deren Eigenschaften so miteinander anzupaaren, dass mit dem Fohlen ein Zuchtfortschritt erzielt werden kann. Positive Eigenschaften sollen weiter gefördert, negative hingegen herausgezüchtet werden. Hierzu ist es notwendig Kenntnis über die Abstammung und des Zuchtwertes von Stute und Hengst zu haben. Heute sind in Deutschland nahezu alle Rassen zur Zucht und Nutzung vertreten. Jedoch müssen sich alle Züchter ihrer Verantwortung bewusst sein. Wer züchtet sollte den Markt im Auge behalten und nur züchten wenn es eine Verwendung für seine Nachzucht gibt. Eine erfolgreiche Zucht setzt fundiertes Wissen in der Pferdebeurteilung voraus. Um ein Pferd richtig zu beurteilen muss man einiges an Wissen und Erfahrung mitbringen. Ziel ist es Fehler und Vorzüge zuerkennen und abzuwägen, wobei die allgemeine Qualität bestimmt werden soll und nicht einzelne Fehler aufgezählt werden sollen. Das Pferd soll als Ganzes beurteilt werden, denn oft ist das Interieur ausschlaggebender für die Leistungsfähigkeit eines Pferdes als einzelne fehlerhafte Körperpartien. Allerdings kann man sich an ein paar Grundregeln halten:

1. Dem Beurteiler müssen die Gebrauchs- und Zuchtzielkriterien der jeweiligen Rasse detailliert bekannt sein, außerdem       braucht es einer richtigen Beurteilung praktische Erfahrung

2. Das Pferd sollte erst einmal in seiner Gesamtheit beurteilt werden um einen Eindruck hinsichtlich Typ, Harmonie,             Konstitution, Kondition, Nerv und Temperament zu bekommen.

3. Die anatomischen Merkmale sollen nicht einzeln isoliert betrachtet werden, sondern gegeneinander abgewogen             werden und hinsichtlich ihres Verwendungszweckes beurteilt werden.

4. Auch Vorzüge und Fehler des Exterieur und Interieur sind gegeneinander abzuwägen. Pferde mit leichten                     Gebäudefehlern und einwandfreien Charakter sind Pferden mit sehr gutem Gebäude und Charaktermängeln                 vorzuziehen.

5. Höchste Ansprüche werden vor allem an Zuchttiere gestellt. Das Zuchtziel ihrer Rasse sollten sie möglichst                     vollkommen verkörpern. Neben dem Rassetyp sollten sie einen eindeutigen Familien- und Geschlechtstyp zeigen,           ansonsten sind sie als Gebrauchspferde zu beurteilen.

 

Grundlage der Zuchtpferdebeurteilung ist das Zuchtziel der jeweiligen Rasse und ist den Zuchtbuchordnungen der einzelnen Verbände zu finden. Prüfungen und Turniererfolge geben Hinweise auf das Leistungsvermögen eines Pferdes. Nützlich für die Beurteilung können aber auch Abstammungs- und Nachkommensbewertungen sein, da dort ererbte und vererbte Merkmale erkannt werden können. Die Beurteilung ob Körperbau und Gänge den Rassemerkmalen entsprechen, ist demjenigen vorenthalten, der sich mit dem Skelett d.h. Lage, Länge, Form , Winkelung und Form der Körperteile, sowie mit dem Sehnen- und Bandapparat und der Muskulatur d.h. mit der gesamten Biomechanik auskennt und sie zueinander in Beziehung setzen kann.

 

 
Pferdekauf PDF Drucken E-Mail

Der Pferdekauf

Am Anfang steht die Überlegung: Was für ein Pferd möchte ich? Was möchte ich mit dem Pferd machen? Was für Kosten kommen auf mich zu ? Wie kann ich mich selbst um das Tier kümmern? Wo bringe ich mein Pferd unter? Wo bekomme ich ein Pferd her ? Wie erfolgt die Kaufabwicklung? Was ist danach, wenn es nicht funktioniert?

Das Pferd

Man sollte genaue Vorstellungen haben was das Pferd für Eigenschaften erfüllen sollte und für was es geeignet sein sollte. Man kann zuerst einmal unterteilen in Zuchtpferde, Freizeitpferde und Sportpferde. Wenn ich ein Pferd für die Zucht suche, dann sollte ich mich mit der Pferdezucht auskennen und vor allem sollte ich wissen welches Zuchtziel der jeweilige Zuchtverband, in dem ich züchten möchte, verfolgt. Suche ich ein Pferd für den Freizeitsport ist das Spektrum groß. Hier reichen die Interessen der Freizeitreiter von Gangpferden bis zum hochqualifizierten Dressurreiter auf Freizeitbasis, demzufolge ist auch der Anspruch an das Freizeitpferd sehr verschieden. Jeder der ein Pferd sucht sollte genau wissen welchen Anspruch er an das Pferd stellt. Für den Einen ist es wichtig ein ruhiges ausgeglichenes Pferd für wochenendliche Ausritte zu besitzen , der Andere möchte mit seinem Pferd auf Lehrgänge fahren und regelmäßige Reitstunden durchführen. Dazu sollte ein Pferd vom Exterieur als auch vom Interieur her in der Lage sein können. Ein Freizeitpferd kann auch ein spezifisches Rassepferd sein , deshalb gehen die Preise für ein Freizeitpferd gemäß den Ansprüchen der Käufer von 3000 € bis durchaus 10000€. Möchte man an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen, dann ist natürlich das Sportpferd, dass Pferd der Wahl. Jedoch sollte man hier ehrlich seine Leistungen und Fähigkeiten einschätzen können, um ein passendes Pferd zufinden, dass dann die gewünschten Erwartungen erfüllen kann. Es sollte beachtet werden, dass ein erfahrenes gut ausgebildetes Pferd zu einem unerfahrenen Reiter passt und auf ein junges Pferd ein erfahrener Reiter gehört, denn sonst kann leicht viel schief gehen. Es ist natürlich klar, dass ein erfahrener Sportroutine schon eine beträchtliche Summe Geld kosten kann. Demzufolge muss man für ein akzeptabel talentiertes Sportpferd mit Kaufpreisen von 10000 bis 30000 € rechnen, dabei reden wir noch nicht von den Supersportpferden. Hat man sich entschieden, dann sollte man sich unbedingt Erkundigungen einholen, welche Kosten anfallen werden.

Die Kosten

Boxenmiete ca. zwischen 250 bis 400 € im Monat

Hufschmied (alle 6 Wochen) ca. 75 €

Tierarztkosten ( Wurmkuren, Impfungen usw.) 100€

Versicherung ( Tierhalterhaftpflicht) 10 €

Das sind die monatlichen Unterhaltungskosten eines Pferdes. Hinzukommen natürlich noch Kosten für Reitunterricht oder Beritt oder evtl. Turnierkosten. Hat man noch kein Zubehör, dann kommen natürlich noch einige Kosten für Sattel, Trense, Gamaschen, Bandaschen, Decken, Putzzeug, Longen, Bekleidung usw. dazu. Man sollte sich also vor dem Kauf des Pferdes im Klaren sein ob man die Kosten auf Dauer tragen kann.

Die Zeit

Ein Pferd braucht jeden Tag Betreuung und Beschäftigung, d.h. es muss ausgemistet, gepflegt und auf Koppel gebracht werden bzw. es muss ihm Abwechslung verschafft werden. Entweder es übernimmt das Stallpersonal einige Posten oder man sollte sich überlegen wenn man selbst nicht täglich Zeit hat, eine Reitbeteiligung oder eine Hilfe zu suchen. Sicher ist, dass man für dieses Tier Verantwortung übernehmen muss und sicherstellen muss, dass sich ausreichend um das Tier gekümmert werden kann.

Die Unterbringung

Wer mit dem Gedanken spielt sein Pferd zuhause unterzubringen, der sollte sich genau über die Pferdehaltung informieren.. Die meisten Menschen werden ihre Pferde jedoch in einem Pensionsstall unterbringen. Hier gibt es große Unterschiede und es ist ratsam sich einige Ställe gut anzusehen. Der Stall sollte von den Haltungsbedingungen her zu der eigenen Reitweise passen, d.h. wer sich ein Islandpferd kauft der sollte einen Stall mit Robusthaltung bevorzugen und wer ein Sportpferd kauft , der braucht eine Reithalle und einen Reitplatz für das Training. Es ist darauf zu achten, dass die Pferde die Möglichkeit haben mit Artgenossen Kontakt aufzunehmen, die Stallungen hell und luftig sind und große Weiden zur Verfügung stehen.

Der Pferdeerwerb

Es gibt viele Möglichkeiten Pferde zu kaufen. In Pferdefachzeitschriften und im Internet werden Pferde angeboten, auf Pferdemärkten, manche Verbände und private Vermarkter veranstalten Verkaufstage bei denen die Pferde vorgestellt werden, aber auch auf Auktionen können Pferde gekauft werden. Wichtig ist es das Pferd in jedem Falle auszuprobieren. Sollte man selbst nicht Fachmann genug sein, dann ist es hilfreich einen neutralen Berater an seiner Seite zu haben. Außerdem kann man sich auch an einen Vermarkter wenden, das sind zu meist Menschen mit viel Kontakten in der Branche, die oftmals wissen wo ein Pferd für ihre Ansprüche zu finden ist oder es für sie suchen. Je nach dem ob ein Vermarkter für einen Zuchtverband arbeitet oder für einen Vermarktungsstall oder Selbstständig kann eine Provision anfallen. Vermarkter des Zuchtverbandes und auch Vermarktungsställe nehmen üblicherweise keine Provision, ihre Aufwendungen sind dann schon im Kaufpreis enthalten bzw. der Zuchtverband bezahlt dem Vermarkter ein Gehalt. Ein selbstständiger Vermarkter jedoch wird eine Provision verlangen, mit der er seine Aufwendungen ( Telefon, Wegekosten und Zeit) ausgleichen kann. Der übliche Provisionssatz liegt bei 10 % des Kaufpreises.

Die Tierärztliche Untersuchung

Bevor man ein Pferd dann tatsächlich kauft, sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen. Eine Ankaufsuntersuchung wird normalerweise vom Käufer in Auftrag gegeben und von diesem bezahlt. Diese standardisierte , für Deutschland einheitliche tierärztliche Untersuchung verhilft dazu verdeckte Krankheiten zu erkennen , die einem sonst beim Kauf verborgen bleiben würden. Die Ankaufsuntersuchung ist meist als auflösende Bedingung Bestandteil des Kaufvertrages. Das bedeutet wenn sich heraus stellt, dass das Pferd krank ist, kommt der Vertrag nicht zustande. Diese Untersuchung findet sofort nach Abschluss der Verkaufsverhandlung und Vereinbarung des Kaufpreises statt. Bei der Untersuchung wird das Pferd durch den Tierarzt nach einem vorgegebenen Untersuchungsgang untersucht. Ergänzt werden kann diese Untersuchung durch Röntgenbilder ( großer „TÜV"). Dabei gibt esstandardisierte Verfahren, so dass im Falle von Uneinigkeiten oder Streitereien die Ergebnisse der Ankaufsuntersuchung und der Röntgenbilder vor Gericht als Gutachten Beweiskraft haben.

Die Röntgenklassen

Klasse 1- Röntgenologisch ohne besonderen Befund sowie Befunde, die als anatomische

Formvarianten eingestuft werden.

Klasse 2- Befunde die gering von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

unwahrscheinlich sind.

Klasse 3- Befunde, die deutlich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

aber wenig wahrscheinlich sind.

Klasse 4- Befunde die erheblich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

wahrscheinlich sind.

 

Kaufvertrag

Es empfiehlt sich aus juristischer Sicht wegen der besseren Beweislage, immer einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Wenn man ein Pferd per Handschlag kauft, empfiehlt es sich einen Zeugen dabei zu haben.

In den Kaufvertrag gehören folgende Daten:

1. Name und Adresse des Käufers und des Verkäufers

2. Status- wer der Vertragspartner gewerblich oder privat verkauft und kauft

3. Name des Pferdes mit Lebensnummer

4. Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten

5. Zeitpunkt des Gefahrübergangs

6. Übergabe der Originale des Equidenpasses und der Eigentumsurkunde

7. Nummer des tierärtzlichen Gutachtens

8. Nummer Equitax

9. Beschaffenheitsbeschreibung + Ausschluss von über die Beschaffenheitsbeschreibung

hinausgehenden Zusicherungen

10. Ausschluss von Erkrankungen als Wandlungsgrund, auf dessen Untersuchung der Käufer

in der Ankaufsuntersuchung verzichtet hat

11. Festlegung der Frist (1 oder 2 Jahre)

12. Datum und Unterschrift der Vertragspartner

 

 

 

 
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