Rund ums Pferd

Pferdezuchtverband Schleswig-Holstein

Die Pferdezucht im Land zwischen Nord und Ostsee,auf dem Gebiet des Bundeslandes Schleswig-Holstein gelegen, hat eine lange und sehr erfolgreiche Tradition. Auf Grund bester klimatischer und landschaftlicher Gegebenheiten werden in diesem Landstrich seit über einem Jahrtausend Pferde gezüchtet. Bereits um 450 n.Chr. fand die Zucht ihren ersten Eintrag in die Geschichtsbücher durch die Brüder Hengis und Horsa Häuptlinge der Angel und Sachsen die von der Westküste Schleswig –Holsteins nach Britannien übersetzten. Im frühen Mittelalter erfolgte die erste erfolgreiche Epoche, gegründet auf 4 Standbeinen „Klöster", „Adel", „Dänisches Krone"und  „Bauerntum", beeinflusste die Holsteiner Zucht erstmals die Pferdezucht weit über die Landesgrenzen hinaus. In diese Zeit wurde auch das  Landgestütes Celle gegründet, auf das die Holsteiner Zucht nachweislich einen großen Einfluss hatte. Das Holsteiner Pferd war zu dieser Zeit so beliebt, dass es zu einem Ausverkauf kam, dieser hatte zur Folge, dass die Preußische Gestütsverwaltung das Schleswig- Holsteinische Landgestüt Traventhal gründete mit dem Ziel Pferde für die Armee zu züchten. Dieses geschah im Jahr 1867, als Gegengewicht gründeten die Bauern 1891 den Holsteiner Verband und 1894 die Reit und Fahrschule, beides in Elmshorn .Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Rückgang der Pferdezucht in Schleswig-Holstein kam es zur Auflösung des Landgestütes und der Übernahme der Hengste durch den Verband. Damit ist der Holsteiner Verband der einzigste Verband in Deutschland der über eine eigene Hengsthaltung verfügt. In dieser Zeit begann auch der Umzüchtungsprozess, dieser wurde zu erst hauptsächlich mit Englischen Vollblütern begonnen die Hengste Cottage Son xx, Marlon xx, und Ladykiller xx konnten jeweils eine eigene Linie begründen. Sehr bedeutend für die Zucht des Holsteiner Pferdes dieser Zeit, waren auch die Vollblüter Sable Skinflint xx und Waldenser xx, diese sorgten mit ihren Nachkommen für sehr gute Sportpferde. Um das Jahr 1970 wurde die Vollblutzufuhr stark eingeschränkt und man begann die Phase der Konsolidierung. In dieser Phase wollte man nicht ganz auf fremdes Blut verzichten, es begann die Blütezeit von neuen Hengstlinien in Holstein, die oftmals ihren Ursprung in Frankreich hatten. Cor de la Bryere war der wichtigste von ihnen er ist der Begründer einer waren Hengstdynastie deren Bedeutung bis heute anhält. Alme Z hat ebenfalls den Holsteiner Pferden seinen Stempel aufdrücken können, obwohl er nie im Hochzuchtgebiet deckte. Ein weiterer bedeutender Franzosischer Hengst ist Silbersee, er konnte sich vor allen Dingen als Hengstvater einen Namen machen. Ingesamt waren 8 SF Hengste in dieser Zeit für Holstein zugelassen. Die großen anderen Liniebegründer dieser Zeit waren Landgraf und Lord zwei Söhne des Ladykiller xx . Landgraf deckte von 1969-1997 in Holstein und hinterlies eine sehr große Anzahl von Spitzenhengsten und Sportpferden von internationalem Format. Seine Mutter stammt vom Hengst Warthburg ab im Hintergrund des mütterlichen Pedigree ist auch der bedeutende Vollblüter Anblick xx zu finden. Lord wirkte von 1970-1993 und kann mit seinen Enkeln und Söhne auch heute noch großen Einfluss auf die moderne Zucht nehmen. Die Blutlinien die dieser Dreiviertelblüter vereinte machten ihn sehr interessant, in seiner Mutterlinie findet sich der Vollblüter Cottage Son xx wieder.  Ramiro beeinflusste viele Pferdezuchten in Europa, in Holstein findet man seine Gene oft auf der Seite der Hengstmütter. Im Jahr 1975 wurde in der Elbmarsch bei der Familie Thormählen ein Hengst geboren der eine neue Epoche der Holsteiner Pferdezucht einleitete, Capitol ein Sohn des Capitano aus einer Maximus Mutter. Dieser Hengst war lange Zeit der weltbeste Vererber für Springpferde. Seine Nachkommen vor allen Dingen seine Söhne Cassini I und II und Cantus verhalfen ihm zu Weltruhm. Die Bedeutung seiner Nachkommen halten bis zur heutigen Zeit an so war im Jahr 2009 ein Sohn des Cassini I der Körsieger in Holstein. Die enge Blutführung bei der Holsteiner Pferden veranlasste den Verband immer wieder nach Hengsten zu suchen die auf dieser Stutengrundlage einen Zuchtfortschritt erzielen konnten . Der erfolgreichste Hengst der jüngeren Geschichte dem dieser Zuchtfortschritt gelang war der Französische Hengst Quidam de Revel, sportlich selbst bis zu den Olympischen Spielen erfolgreich, hinterließ er in Holstein eine ganze Reihe hervorragender Pferde. Ein Beispiel dafür, dass er sehr gut auf die vorhandene Stutengrundlage passte sind die Nachkommen auf dem Hof Thormälen in Kollmar.Auf diesem Hof wurden die Hengste Quite Capitol aus der Vollschwester zu Capitol gezogen und der Hengst Quite Easy aus der Birte von Landgraf I – Maximus. Die Holsteiner Pferdezucht ist weltweit führend in der Zucht von Springpferden und kann in allen anderen Disziplinen immer wieder mit sehr guten Pferden aufwarten. Der Vielseitigkeitssport könnte eine neue Hochburg der Holsteiner werden, Marius trägt einen Holsteiner Brand und Topreiter wie Andrew Hoy haben Holsteiner Bundeschampions unter ihrem Sattel.

 


 

Die Geburt des Fohlen

Fohlen nach der GeburtWenn das große Ereignis näher rückt sind die letzten Maßnahmen zu treffen, damit man auf alles optimal vorbereitet ist. Sechs bis acht Wochen vor dem Abfohltermin und noch einmal direkt vor der Geburt sollte die Stute entwurmt werden, damit das Fohlen nicht in den ersten Lebenstagen Wurmeier über die Milch aufnimmt. Jedoch sollten Wurmkuren gegen Dasselfliegen nicht verabreicht werden. In den letzten Tagen vor der Geburt sollte man seine Stute genau beobachten und den Genitalbereich sauber halten, vor allem der Schmutz zwischen den Euterhälften sollte entfernt werden, jedoch ist eine ständige Berührung des Euters zu vermeiden, damit die Milch nicht frühzeitig einschießt und die wertvolle Kolostralmilch verloren geht. Außerdem sollte ein Pferdeanhänger für den Notfall bereit stehen und Einweghandschuh, saubere Handtücher, Desinfektionsmittel, Jodtinktur und auch eventuell ein kleines Klistier. Erste Anzeichen der Geburt ist das Anschwellen des Euters das sogenannte Aufeutern. Jedoch ist Ruhe oberstes Gebot, denn Pferde fohlen nur wenn sie sich absolut sicher fühlen und können die Geburt beschleunigen oder auch um mehrere Tage hinauszögern, wenn Unruhe im Stall herrscht und sie sich nicht sicher fühlen. Für das Fohlen kann das jedoch zu einem ProblStute leckt ihr Fohlen abem werden, wenn die Stute in einem unbeobachteten Moment hastig anfängt zu pressen. Deshalb ist Ruhe in der Zeit der Geburt ganz wichtig. Ein weiteres Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind vor allem Harztropfen an den Zitzen, dann ist die Geburt nicht mehr weit. Kurz vor der Geburt kommt es zu einer Schwellung und erhöhten Durchblutung der Scheide und die Beckenbänder werden schlaff, die Kruppe der Stute sieht dann sehr eckig aus. Kurz vor der Geburt werden viele Stuten nervös, laufen hin und her und beginnen zu schwitzen. Trotzdem gibt es immer wieder Stuten die ohne jegliche Anzeichen gebären. Die normale Geburt kann in 3 Phasen geteilt werden. Am Anfang , circa 4 Stunden vor der Austreibung beginnt die Eröffnungsphase. Dabei steigt die Gebärmutteraktivität, viele Stuten sind unruhig, schwitzen, legen sich hin und stehen wieder auf und setzen wiederholt Kot und Urin ab. In der Phase dreht sich das Fohlen in die Geburtslage und die Wasserblase wird in Richtung Muttermund geschoben. Beim austreten der Wasserblase aus der Scheide platzt diese meist von selbst auf. Jetzt beginnt die Austreibungsphase, dabei liegtFohlen trinkt die Stute auf der Seite und es beginnen kräftige Presswehen. Manche Stuten stehen zwischendurch auf und wechseln ihre Position. Bald ist die Fruchtblase zusehen und ein mit dem Kopf auf den ausgestreckten Vorderbeinen liegendes Fohlen. Der Durchtritt des Fohlenkopfes ist das Schwierigste für die Stute, ist dieser geboren dauert es nur noch wenige Sekunden und das Fohlen ist da. Meistens reißt die Eihaut während der Geburt von selbst, dann ist die Atmung des Fohlens gesichert. Kann sich das Fohlen nicht selbst befreien, muss die Eihaut über den Nüstern weggewischt werden damit das Fohlen nicht erstickt Wenn die Stute nach der Geburt aufsteht reißt die Nabelschnur an der dafür vorgesehenen Stelle ab, sollte das nicht der Fall sein, kann die Nabelschnur mit einer stumpfen Schere durchtrennt werden. Vor dem Abgang der Nachgeburt bekommen Stuten mehr oder weniger starke Wehen, es kann sein das sie sich hinwerfen und wälzen. Die Nachgeburt ist ca. 2 Stunden nach der Geburt vollständig abgegangen. Die Nachgeburt muss dann ausgebreitet und auf Vollständigkeit untersucht werden, ist diese nicht vollständig sollte man wegen der Vermeidung einer Geburtsrehe den Tierarzt verständigen, damit dieser den Rest aus der Gebärmutter entfernt. Kurz nach der Geburt leckt die Stute das Fohlen trocken, das fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Spätestens nach zwei Stunden sollte das Fohlen aufgestanden sein und schon mindestens einmal getrunken haben, am sich schnell bewegenden Schweif kann man erkennen das die Milch bei der Stute fließt. Diese erste Milch , welche nur während der ersten Tage nach der Geburt gebildet wird, ist lebensnotwendig für das Fohlen, denn sie enthält besonders viele Immunglobuline, die unbedingt in den ersten Lebensstunden des Fohlens aufgenommen werden müssen. Stute und Fohlen sollten so wenig wie möglich gestört werden, gerade die ersten Stunden sind für die Mutter-Kind Beziehung sehr wichtig, nur in der sensiblen Phase erfolgt die Prägung, während die Stute ihr Fohlen schon kurz nach der Geburt erkennt dauert die Prägung vom Fohlen auf die Mutter bis zu 2 Tage. Die Prägung auf die Stute ist für das Fohlen und seine Entwicklung sehr wichtig, deshalb sollte in dieser Phase eine Störung durch andere Pferde und den Menschen vermieden werden. Manche Stuten sind während der Prägephase aggressiv gegenüber anderen Pferden und aber auch gegen den Menschen, in dieser Phase , d.h. bis zwei Tage nach der Geburt sollte man es tolerieren und Stute und Fohlen Zeit geben. Danach sollte man doch die Rangordnung, durch etwas Dominanztraining klären.

Komplikationen bei der Geburt

Bei 5 % aller Geburten schaffen es Stute und Fohlen nicht allein, dann muss der Mensch helfen. Sollten zum Beispiel die Eihäute nicht reißen, muss dem Fohlen geholfen werden. Maul und Nüstern sollten befreit werden, man sollte es aber vermeiden ins Maul zu fassen, wegen der Infektionsgefahr. Hat das Fohlen dennoch Atembeschwerden und evtl. Fruchtwasser eingeatmet, muss es sofort und ruckartig an den Hinterbeinen hochgezogen werden, damit das Fruchtwasser aus Nüstern und Nase abfließen kann. Atmet es trotzdem nicht , kann durch das Anheben der Schultergliedmaßen ein Unterdruck im Brustkorb erzeugt werden, sodass es anfängt zu atmen. Falls das Fohlen mit den Hinterbeinen voran liegt sollte sofort ein Tierarzt alarmiert werden. Ist außer dem Kopf des Fohlens nur ein Vorderbein zu sehen, sollte man mit sauberen, desinfizierten Händen und mit Gleitmittel an der Seite des Kopfes und am Hals herunter nach dem anderen Vorderbein fühlen und es versuchen wieder gerade zu richten. Gelingt dies nicht sollte auch der Tierarzt informiert werden.

 
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Trächtigkeit

Ob die Stute tragend ist wird ab dem 18.Tag nach der Bedeckung überprüft , am leichtesten durch einen Hengst, schlägt die Stute den Hengst deutlich ab, dann ist sie wahrscheinlich tragend. Jedoch sollte nach ein paar Tagen ein weiteres Mal abprobiert werden, schlägt die Stute den Hengst erneut ab, ist eine Trächtigkeit sehr wahrscheinlich, zeigt sie Rossesignale erfolgt eine erneute Bedeckung. Jedoch sollte eine Trächtigkeit noch durch eine tierärztliche Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, dort kann dann auch sichergestellt werden, dass keine Zwillingsträchtigkeit vorliegt. Nach sechs bis acht Wochen führt der Tierarzt eine zweite Ultraschalluntersuchung durch. Die befruchtete Eizelle nistet sich beim Pferd erst nach dem dritten Monat ein, bis dahin schwimmt sie frei in der Gebärmutter. Bis zum Zeitpunkt des Einnistens kann die Stute ohne äußerlich erkennbare Anzeichen resorbieren, d. h. die befruchtete Eizelle löst sich auf. Der Tierarzt erkennt so etwas aber schon ab dem 40. Tag an einer deformierten Fruchtblase. Nach dem 45. –50. Tag kann die Trächtigkeit auch im Blut nachgewiesen werden und nach dem 120. Tag im Urin. Eine Stute trägt etwa 335 Tage minus 10 Tage und plus 5 Wochen. Jedoch weisen deutlich längere Tragezeiten auf eine schlechte Versorgung des Fohlens hin, diese Fohlen sind dann meistens klein und zierlich. Sechs bis acht Wochen vor der Geburt beginnt die Stute mit dem aufeutern. Häufig fohlen die Stuten abends oder nachts und die Geburt kündigen dann Harztropfen an den Zitzen an. Wenn die Stute nicht tragend wird, kann das viele Ursachen haben. Die Stute ist zu fett, das führt zu einer Störung des Stoffwechsels und des Hormonhaushalts. Die Stute hat einen schlechten Scheidenschluss, dadurch können Luft und damit Bakterien in die Scheide gelangen, die zu Infektionen und Unfruchtbarkeit führen können. Es gibt auch Stuten die mit Fohlen bei Fuß nicht tragend werden, bei diesen Stuten hemmt das für die Milchbildung verantwortliche Hormon Prolactin die Freisetzung anderer für das Zyklusgeschehen verantwortliche Hormone , zum Beispiel das Follikel-stimmulierende Hormon FSH und das Lutesierende-Hormon LH. Bei solchen Stuten muss das Fohlen abgesetzt werden um sie wieder tragend zu bekommen, ob die Stute dann aber auch wirklich tragend wird ist nicht sicher. Manche Stuten haben auch eine Rosse ohne Eisprung, d.h. die Follikel in den Eierstöcken entwickeln sich nicht weit genug um zu springen oder die Eierstöcke sind inaktiv. Das kann der Tierarzt durch eine Blutuntersuchung oder eine rektale Untersuchung, durch abtasten der Eierstöcke über den Mastdarm feststellen.. Manche Stuten haben den Eisprung erst nach der Rosse, dann sind die Spermien schon abgestorben und es findet keine Befruchtung statt. Hier ist es ratsam vor der Besamung den Tierarzt eine Ultraschalluntersuchung machen zu lassen, damit er feststellen kann wie der Follikel steht. Die meisten Stuten sind während des Fellwechsels am fruchtbarsten.

Komplikationen während der Trächtikeit

Ein Verfohlen der Stute kann durch einen Virus (ansteckend) verursacht werden aber auch durch Bakterien in der Gebärmutter, meist bei Stuten mit schlechtem Scheidenschluss, oder durch fiebrige Erkrankungen der Mutterstute, auch eine plötzliche Umstellung auf ungewohntes Futter oder das Füttern von schimmligen und verdorbenen Futter , eine unzureichende Vitamin und Mineralstoffzufuhr sowie ein Eiweißmangel und auch Stürze, Überanstrengungen und Transportstress können zu einem Verfohlen führen. Bei einem Virusabort steckt sich die Stute mit dem Erreger für seuchenhaftes Verfohlen über die Atemwege an. Die Mutterstuten zeigen nur kurzzeitiges, geringes Fieber und wässrigen Nasenausfluss, weshalb die Infektion meist nicht erkannt wird. Fohlen erkranken dann jedoch an hohem Fieber, Husten und oft an einer anschließenden Lungenentzündung. Ist die Mutterstute geimpft kommt es selten zu einer Ansteckung und dem Verfohlen. Ein Virus- Abort passiert immer gegen Ende der Trächtigkeit, in der Regel plötzlich und ohne erkennbare Anzeichen. In jedem Fall muss der Tierarzt verständigt werden und das Fohlen und die Nachgeburt untersuchen, bei einem nachgewiesenen Virus-Abort (diese Untersuchung zahlt die Tierseuchenkasse), aber eigentlich schon beim erkennen eines Verfohlens sollte die Stute von den anderen tragenden Stallgenossen isoliert werden um eine Ansteckung in jedem Fall zu verhindern. Auch die Pferde aus den angrenzenden Boxen sollten entfernt werden. Vor allem das Fruchtwasser ist hoch ansteckend. Sollte die Stute auf der Koppel gefohlt haben, ist diese für 14 Tage zu sperren. Der Stall ist mit zweiprozentiger Natraunlauge zu desinfizieren. Hochtragenden Stuten sollten genügend Bewegung bei Wind und Wetter ermöglicht werden, denn Bewegung, Licht, frische Luft und das Leben in der Herde fördern den Allgemeinzustand. Sollte sich die Stute auf der Weide nicht bewegen, kann man auch spazieren gehen.

 
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Die Zuchtstute

An eine Zuchtstute sollten hohe Ansprüche gestellt werden, nicht jede Stute eignet sich auch als Zuchttier. Neigt die Stute zu Untugenden wie Koppen, Weben oder Schlagen ist sie wenig geeignet für die Zucht , da das Fohlen das Verhalten der Mutter nachahmen könnte. Außerdem sollte die Stute organisch gesund sein, sollte eine chronische Lahmheit oder Husten vorliegen ist ein Tierarzt hinzuzuziehen um die Frage zu klären in wie weit die Möglichkeit der Vererbung besteht. Eine Stute die ihr erstes Fohlen erwartet sollte nicht älter als 16 Jahre sein und nicht jünger als 3 Jahre. Wird die Stute vor dem 3. Lebensjahr gedeckt stoppt die eigene Entwicklung, das noch unreife Knochengerüst der Stute wird doppelt belastet, denn die Verkalkung der Knochen kann nicht vollständig abgeschlossen werden und ist somit mangelhaft. Gegen die verbreitete Meinung ist ein Ausgleich durch die Zufuhr von Mineralfutter nicht möglich. Die Folgen für so eine Stute ist der schnelle Verschleiß der Knochen, wenn sie sportlich eingesetzt werden sollte. Es sollte klar sein, dass mindestens 50 % , manche sagen sogar 70 % des Erbmaterials über die Stute mitgegeben werden, d.h. ein guter Hengst verbessert keineswegs eine mangelhafte Stute und führt vor allem nicht zu einem Zuchtfortschritt. Wichtig ist auch ein Blick auf das Pedigree und somit auf Eltern, Großeltern und Urgroßeltern der Stute , aber auch auf das des Hengstes. Trotzdem gehören zu einer erfolgreichen Zucht Erfahrung, Sachkenntnis und auch ein wenig Glück, sowie viel Geduld. Vor der Bedeckung der Stute sollte diese einer speziellen klinischen Untersuchung unterzogen werden, d.h. äußere Genitale, eine rektale Untersuchung durch Abtasten von Gebärmutter und Eierstöcken und die vaginale Untersuchung zur Beurteilung von Scheidengewölbe und Muttermund. Die Summe aus der rektalen und der vaginalen Untersuchung geben dem Tierarzt Hinweise auf eine mögliche Trächtigkeit oder krankhafte Veränderungen. Außerdem sollte eine Tupferprobe durchgeführt werde, um eine Infektion der Stute auszuschließen und Hengste die im Natursprung decken nicht mit Infektionen anzustecken. Um eine Stute tragend zu bekommen gibt es verschiedene Zuchtpraktiken .Als fortschrittlichste gilt die künstliche Besamung, früher hauptsächlich in der Rinderzucht praktiziert, ist es heute in der Sportpferdezucht allgemein üblich. Dabei gibt es auch verschiedene Möglichkeiten zum Beispiel mit unverdünnten Frischsperma das direkt nach der Gewinnung, in den Gebärmutterkörper der Stute abgegeben wird oder verdünnten Sperma mit Besamung am gleichen Tag oder mit Besamung am Tag danach für die Besamung von Stuten die nicht in der Nähe des Hengstes sind. Außerdem gibt es Tiefgefriersperma von Hengsten die zu Zeitpunkten abgesamt werden die nicht in den Bereich der Rossezeit der Stuten fallen. Das betrifft Hengste die im Sport aktiv sind aber auch von Hengste die schon tot sind gibt es zum Teil Tiefgrfriersperma. Steht der Hengst direkt bei der Stute, dann kann man den Hengst auch im Natursprung decken lassen. Dabei steht die Stute in einem Deckstand und der Hengst wird an einer Kette heran geführt und er springt auch aus der Hand auf. Bei manchen Pferderassen ist es üblich im Herdenverband zu decken zum Beispiel bei Isländern und Fjordpferden. Durch den technischen Fortschritt gibt es auch die Möglichkeit des Embryotransfer, dabei werden Embryonen den Spenderstuten entnommen und Trägerstuten eingepflanzt, so ist es möglich, dass von einer Stute mehrere Fohlen im Jahrgang auf die Welt kommen oder die Stute im Sport eingesetzt werden kann und trotzdem eine Nachzucht entstehen kann. Pferde sind saisonal reprodunktionsaktiv , d.h. es besteht ein zeitlich begrenzter Sexualzyklus der durch Faktoren wie Licht, Wärme und Futterangebot reguliert wird. Der Zyklus geht je nach Wetter von März bis August und hat seinen Höhepunkt im April/Mai/Juni damit das Fohlen möglichst zu Beginn der Weidesaison auf die Welt kommt und sich bei ausreichend Bewegung und Grünfutter optimal entwickeln kann. Manche Züchter entscheiden sich für Abfohltermine viel früher im Jahr, da sie hoffen, dass ihre Fohlen bei Zuchtschauen schon besser entwickelt sind, jedoch ist die jahreszeitlich bedingte Stallhaltung nachteilig für die Entwicklung der Fohlen. Der Sexualzyklus der Stute wird durch Hormone gesteuert. Der Zyklus lässt sich in zwei Abschnitte teilen, zum Einen in Rosse (Östrus) und zum Anderen in Zwischenrosse (Diöstrus). Der Zyklus dauert 21 Tage, kann aber auch nach oben und unten stark variieren. Die Länge des Diöstrus beträgt etwa 14 bis 16 Tage und der Follikelsprung bzw. die Ovulation erfolgt am Ende der Rosse. Das Rosse verhalten der Stute kann am Partner beim sogenannten abprobieren sehr gut provoziert und beobachtet werden, da die rossige Stute dem Hengst sofort das Hinterteil zudreht, stehen bleibt und den Schweif hebt. Schlägt die Stute den Hengst ab , legt die Ohren an und demonstriert ihm deutlich, dass sie ihn in ihrem Individualbereich nicht duldet, dann ist sie nicht rossig oder bereits tragend. Bei Zuchtstuten ist ein großes Augenmerk auf den Impfstatus zu legen, d.h. die Impfungen sollten vollständig sein, vor allem auf die Herpesimpfung ist zu achten und Parasiten sollten wirkungsvoll bekämpft werden, nicht selten musste ein Züchter schon das ein oder andere Fohlen einbüßen, weil auf die Herpesimpfung verzichtete. Außerdem sollten die tragenden Stuten von ungeimpften Pferden fern gehalten werden.

 
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