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Der Pferdekauf

Am Anfang steht die Überlegung: Was für ein Pferd möchte ich? Was möchte ich mit dem Pferd machen? Was für Kosten kommen auf mich zu ? Wie kann ich mich selbst um das Tier kümmern? Wo bringe ich mein Pferd unter? Wo bekomme ich ein Pferd her ? Wie erfolgt die Kaufabwicklung? Was ist danach, wenn es nicht funktioniert?

Das Pferd

Man sollte genaue Vorstellungen haben was das Pferd für Eigenschaften erfüllen sollte und für was es geeignet sein sollte. Man kann zuerst einmal unterteilen in Zuchtpferde, Freizeitpferde und Sportpferde. Wenn ich ein Pferd für die Zucht suche, dann sollte ich mich mit der Pferdezucht auskennen und vor allem sollte ich wissen welches Zuchtziel der jeweilige Zuchtverband, in dem ich züchten möchte, verfolgt. Suche ich ein Pferd für den Freizeitsport ist das Spektrum groß. Hier reichen die Interessen der Freizeitreiter von Gangpferden bis zum hochqualifizierten Dressurreiter auf Freizeitbasis, demzufolge ist auch der Anspruch an das Freizeitpferd sehr verschieden. Jeder der ein Pferd sucht sollte genau wissen welchen Anspruch er an das Pferd stellt. Für den Einen ist es wichtig ein ruhiges ausgeglichenes Pferd für wochenendliche Ausritte zu besitzen , der Andere möchte mit seinem Pferd auf Lehrgänge fahren und regelmäßige Reitstunden durchführen. Dazu sollte ein Pferd vom Exterieur als auch vom Interieur her in der Lage sein können. Ein Freizeitpferd kann auch ein spezifisches Rassepferd sein , deshalb gehen die Preise für ein Freizeitpferd gemäß den Ansprüchen der Käufer von 3000 € bis durchaus 10000€. Möchte man an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen, dann ist natürlich das Sportpferd, dass Pferd der Wahl. Jedoch sollte man hier ehrlich seine Leistungen und Fähigkeiten einschätzen können, um ein passendes Pferd zufinden, dass dann die gewünschten Erwartungen erfüllen kann. Es sollte beachtet werden, dass ein erfahrenes gut ausgebildetes Pferd zu einem unerfahrenen Reiter passt und auf ein junges Pferd ein erfahrener Reiter gehört, denn sonst kann leicht viel schief gehen. Es ist natürlich klar, dass ein erfahrener Sportroutine schon eine beträchtliche Summe Geld kosten kann. Demzufolge muss man für ein akzeptabel talentiertes Sportpferd mit Kaufpreisen von 10000 bis 30000 € rechnen, dabei reden wir noch nicht von den Supersportpferden. Hat man sich entschieden, dann sollte man sich unbedingt Erkundigungen einholen, welche Kosten anfallen werden.

Die Kosten

Boxenmiete ca. zwischen 250 bis 400 € im Monat

Hufschmied (alle 6 Wochen) ca. 75 €

Tierarztkosten ( Wurmkuren, Impfungen usw.) 100€

Versicherung ( Tierhalterhaftpflicht) 10 €

Das sind die monatlichen Unterhaltungskosten eines Pferdes. Hinzukommen natürlich noch Kosten für Reitunterricht oder Beritt oder evtl. Turnierkosten. Hat man noch kein Zubehör, dann kommen natürlich noch einige Kosten für Sattel, Trense, Gamaschen, Bandaschen, Decken, Putzzeug, Longen, Bekleidung usw. dazu. Man sollte sich also vor dem Kauf des Pferdes im Klaren sein ob man die Kosten auf Dauer tragen kann.

Die Zeit

Ein Pferd braucht jeden Tag Betreuung und Beschäftigung, d.h. es muss ausgemistet, gepflegt und auf Koppel gebracht werden bzw. es muss ihm Abwechslung verschafft werden. Entweder es übernimmt das Stallpersonal einige Posten oder man sollte sich überlegen wenn man selbst nicht täglich Zeit hat, eine Reitbeteiligung oder eine Hilfe zu suchen. Sicher ist, dass man für dieses Tier Verantwortung übernehmen muss und sicherstellen muss, dass sich ausreichend um das Tier gekümmert werden kann.

Die Unterbringung

Wer mit dem Gedanken spielt sein Pferd zuhause unterzubringen, der sollte sich genau über die Pferdehaltung informieren.. Die meisten Menschen werden ihre Pferde jedoch in einem Pensionsstall unterbringen. Hier gibt es große Unterschiede und es ist ratsam sich einige Ställe gut anzusehen. Der Stall sollte von den Haltungsbedingungen her zu der eigenen Reitweise passen, d.h. wer sich ein Islandpferd kauft der sollte einen Stall mit Robusthaltung bevorzugen und wer ein Sportpferd kauft , der braucht eine Reithalle und einen Reitplatz für das Training. Es ist darauf zu achten, dass die Pferde die Möglichkeit haben mit Artgenossen Kontakt aufzunehmen, die Stallungen hell und luftig sind und große Weiden zur Verfügung stehen.

Der Pferdeerwerb

Es gibt viele Möglichkeiten Pferde zu kaufen. In Pferdefachzeitschriften und im Internet werden Pferde angeboten, auf Pferdemärkten, manche Verbände und private Vermarkter veranstalten Verkaufstage bei denen die Pferde vorgestellt werden, aber auch auf Auktionen können Pferde gekauft werden. Wichtig ist es das Pferd in jedem Falle auszuprobieren. Sollte man selbst nicht Fachmann genug sein, dann ist es hilfreich einen neutralen Berater an seiner Seite zu haben. Außerdem kann man sich auch an einen Vermarkter wenden, das sind zu meist Menschen mit viel Kontakten in der Branche, die oftmals wissen wo ein Pferd für ihre Ansprüche zu finden ist oder es für sie suchen. Je nach dem ob ein Vermarkter für einen Zuchtverband arbeitet oder für einen Vermarktungsstall oder Selbstständig kann eine Provision anfallen. Vermarkter des Zuchtverbandes und auch Vermarktungsställe nehmen üblicherweise keine Provision, ihre Aufwendungen sind dann schon im Kaufpreis enthalten bzw. der Zuchtverband bezahlt dem Vermarkter ein Gehalt. Ein selbstständiger Vermarkter jedoch wird eine Provision verlangen, mit der er seine Aufwendungen ( Telefon, Wegekosten und Zeit) ausgleichen kann. Der übliche Provisionssatz liegt bei 10 % des Kaufpreises.

Die Tierärztliche Untersuchung

Bevor man ein Pferd dann tatsächlich kauft, sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen. Eine Ankaufsuntersuchung wird normalerweise vom Käufer in Auftrag gegeben und von diesem bezahlt. Diese standardisierte , für Deutschland einheitliche tierärztliche Untersuchung verhilft dazu verdeckte Krankheiten zu erkennen , die einem sonst beim Kauf verborgen bleiben würden. Die Ankaufsuntersuchung ist meist als auflösende Bedingung Bestandteil des Kaufvertrages. Das bedeutet wenn sich heraus stellt, dass das Pferd krank ist, kommt der Vertrag nicht zustande. Diese Untersuchung findet sofort nach Abschluss der Verkaufsverhandlung und Vereinbarung des Kaufpreises statt. Bei der Untersuchung wird das Pferd durch den Tierarzt nach einem vorgegebenen Untersuchungsgang untersucht. Ergänzt werden kann diese Untersuchung durch Röntgenbilder ( großer „TÜV"). Dabei gibt esstandardisierte Verfahren, so dass im Falle von Uneinigkeiten oder Streitereien die Ergebnisse der Ankaufsuntersuchung und der Röntgenbilder vor Gericht als Gutachten Beweiskraft haben.

Die Röntgenklassen

Klasse 1- Röntgenologisch ohne besonderen Befund sowie Befunde, die als anatomische

Formvarianten eingestuft werden.

Klasse 2- Befunde die gering von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

unwahrscheinlich sind.

Klasse 3- Befunde, die deutlich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

aber wenig wahrscheinlich sind.

Klasse 4- Befunde die erheblich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen

wahrscheinlich sind.

 

Kaufvertrag

Es empfiehlt sich aus juristischer Sicht wegen der besseren Beweislage, immer einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Wenn man ein Pferd per Handschlag kauft, empfiehlt es sich einen Zeugen dabei zu haben.

In den Kaufvertrag gehören folgende Daten:

1. Name und Adresse des Käufers und des Verkäufers

2. Status- wer der Vertragspartner gewerblich oder privat verkauft und kauft

3. Name des Pferdes mit Lebensnummer

4. Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten

5. Zeitpunkt des Gefahrübergangs

6. Übergabe der Originale des Equidenpasses und der Eigentumsurkunde

7. Nummer des tierärtzlichen Gutachtens

8. Nummer Equitax

9. Beschaffenheitsbeschreibung + Ausschluss von über die Beschaffenheitsbeschreibung

hinausgehenden Zusicherungen

10. Ausschluss von Erkrankungen als Wandlungsgrund, auf dessen Untersuchung der Käufer

in der Ankaufsuntersuchung verzichtet hat

11. Festlegung der Frist (1 oder 2 Jahre)

12. Datum und Unterschrift der Vertragspartner

 

 

 

 
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