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Dressur

Der Begriff „Dressur" kommt aus dem französischem „dresser" und bedeutet „reiten, abreiten, aufrichten". Überhaupt prägten die Franzosen den Begriff der Dressur, denn schon im 17. Jahrhundert entwickelte der Franzose Francois Rubichon de la Gueriniere den modernen tiefen Reitsitz Dressurund es bildete sich eine Reitkultur heraus , die im Reiten eine Kunst sah, die es zu verfeinern galt. Diese Reiterei wurde vor allem am Hofe und in Adelskreisen praktiziert, was zugleich der Beginn der Entwicklung der „ Hohen Schule" war. In Deutschland bildeten sich im 19. Jahrhundert durch die Kavallerieschule Hannover Ausbildungsprinzipien die bis heute Gültigkeit besitzen. Diese Ausbildungsprinzipien wurden 1912 in der Heeresdienstvorschrift Nr. 12 niedergeschrieben und war ab diesem Zeitpunkt bindend für die Kavallerieschule. Diese Dienstvorschrift diente später als Grundlage für die „FN- Richtlinien für Reiten und Fahren", welche den aktuellen Ausbildungsleitfaden der FN darstellen. Die moderne Dressur steht für ein gesundheitsförderndes und erhaltendes Ganzkörpertraining des Pferdes. Es ist eine Mischung aus Bodybuilding, Ausdauertraining und Gymnastik. Die Dressur ist Grundlage für alle weiteren Reitsportdisziplinen und Reitweisen Mit dem Begriff an sich bezeichnet man heute die Disziplin des englischen Reitsports die auch in den meisten Ausbildungsställen gelehrt wird. Die Entwicklung der Dressurreiterei und der Lektionen ist durch mehre europäische Länder geprägt worden, der Amerikaner fasste diese Entwicklung zur englischen Reiterei zusammen und bezeichnet damit die gesamte englische Sportreiterei, die abzugrenzen war von der in Amerika betriebenen Westernreitweise.

Das Dressurpferd

Dressurmäßig ausgebildet werden kann zuerst einmal jedes Pferd, um jedoch in höheren Klassen des Turniersports erfolgreich zu sein, muss es einige Voraussetzungen und Veranlagungen mitbringen.

Exterieur

Das Dressurpferd sollte über einen langen, gut an- u. aufgesetzten Hals und Ganaschenfreiheit verfügen. Die Schulter sollte lang und schräg sein. Je schräger die Schulter, desto länger die Bewegung ( „Der Schritt eines Pferdes ist so lang wie die gedachte Verlängerung der Schulter",). Der Widerrist sollte ausgeprägt sein, der Rücken genügend eingetieft. Die Kruppe sollte lang und schräg sein. Außerdem kräftig und die Gelenke der Hinterhand sollten in einem möglichst günstigen Winkelverhältnis zueinander stehen, damit die spätere Lastaufnahme leichter fällt. Die Gelenke sollen trocken sein, die Fesselung mittellang und die Hufe sollten symmetrisch sein und zur Größe des Pferdes passen.

Interieur

Auch der Charakter ist für die Leistungsfähigkeit eines Pferdes ausschlaggebend . Ein Dressurpferd sollte fleißig, gehfreudig und vor allem sensibel genug sein auf feinste Reiterhilfen zu reagieren. Jedoch sollte es gelassen genug sein um sich von Umweltreizen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Sehr nervöse Pferde können den Ansprüchen in den höheren Klassen oft nicht genug werden, da sie auf ungewohnte Umgebungen mit Verspannungen und vielleicht sogar mit Ungehorsam reagieren. Solche Pferde brauchen viel Vertrauen und brauchen etwas länger, sie können aber durchaus in der Hand des erfahrenen Reiters und Ausbilders zu großen Leistungen in der Lage sein.

Grundgangarten

Der Schritt ist eine sehr wichtige Gangart für das Dressurpferd. Er sollte fleißig und raumgreifend und vor allem taktsicher sein. Im Trab sollten die Hinterbeine kräftig und elastisch nach vorne durchschwingen. Die Vorderbeine sollten sich leicht anwinkeln und der Rücken sollte aufgewölbt sein und mitschwingen. Im Galopp sollte das Pferd möglichst weit in Richtung des Schwerpunktes springen. Der Galopp sollte bergauf, fleißig uns raumgreifend sein.

Voraussetzung beim Reiter

Wenn der Reiter sowohl in der dressurmäßigen Grundlagenarbeit als auch im Gelände und im Springen genügend weit geschult ist, dann besteht die Möglichkeit sich den höheren Klassen der Dressur zu widmen. Wobei immer noch der Grundsatz gilt unerfahrener Reiter auf erfahrenes Pferd und erfahrener Reiter auf junges Pferd. Die Eigenschaften eines guten Dressurreiters sind Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Sensibilität und Selbstbeherrschung. Die Fähigkeit sich in ein Pferd einzufühlen muss immer weiter ausgebildet werden um zu vollkommener Harmonie zwischen Reiter und Pferd zu gelangen. Eine korrekte Hilfengebung und Einwirkung auf das Pferd ist nur aus dem ausbalancierten, losgelassenen, tiefen , geschmeidigen Sitz des Reiters möglich. Der Dressurreiter sollte immer um Fortbildung bemüht sein und Gefühl, Sitz und Hilfengebung ständig verbessern.

Ausbildung

Die Ausbildung eines Dressurpferdes bis zur schweren Klasse bedarf einen erfahrenen, talentierten und geschickten Ausbilder. Er muss sich in das Pferd einfühlen können und ein Gespür für die Hilfengebung haben, die das Pferd gerade braucht. Die Ausbildung sollte als eine Zusammenarbeit zwischen Reiter und Pferd angesehen werden und es sollte in keinem Ausbildungsschritt zu Angst und Verspannungen kommen. Es gibt einige Grundsätze die bei der Ausbildung beachtet werden sollten. Die Ausbildung sollte systematisch erfolgen vom Leichten zum Schweren , d.h. es müssen vorangehenden Lektionen erfüllt werden können bevor man eine Leistungsstufe weiter gehen kann. Die individuelle Veranlagung eines jeden Pferdes sollte im Auge behalten werden und Leistungsgrenzen sollten erkannt werden. Vielleicht muss man einfach noch einmal ein paar Schritte zurück gehen und Grundlagen festigen, bzw. Tragkraft und Schubkraft verbessern.

Weblink zum weiterlesen:

www.pferd-aktuell.de