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Die Zucht

 

Bereits im Altertum vermehrte der Mensch die Tiere die er zur Arbeit und zum Leben brauchte. Das Pferd diente dem Menschen in der Landwirtschaft, zum Transport und im Krieg. Die Zuchtwahlkriterien dieser Zeit waren Leistung und Verhalten der Pferde. Vor ca. 40 Jahren begann man in Deutschland in der Pferdezucht eine überlegte Auswahl von Paarungspartnern zu treffen und nicht mehr Pferde zu vermehren. Das bedeutet bei der Kombination von Stute und Hengst wurde jetzt versucht deren Eigenschaften so miteinander anzupaaren, dass mit dem Fohlen ein Zuchtfortschritt erzielt werden kann. Positive Eigenschaften sollen weiter gefördert, negative hingegen herausgezüchtet werden. Hierzu ist es notwendig Kenntnis über die Abstammung und des Zuchtwertes von Stute und Hengst zu haben. Heute sind in Deutschland nahezu alle Rassen zur Zucht und Nutzung vertreten. Jedoch müssen sich alle Züchter ihrer Verantwortung bewusst sein. Wer züchtet sollte den Markt im Auge behalten und nur züchten wenn es eine Verwendung für seine Nachzucht gibt. Eine erfolgreiche Zucht setzt fundiertes Wissen in der Pferdebeurteilung voraus. Um ein Pferd richtig zu beurteilen muss man einiges an Wissen und Erfahrung mitbringen. Ziel ist es Fehler und Vorzüge zuerkennen und abzuwägen, wobei die allgemeine Qualität bestimmt werden soll und nicht einzelne Fehler aufgezählt werden sollen. Das Pferd soll als Ganzes beurteilt werden, denn oft ist das Interieur ausschlaggebender für die Leistungsfähigkeit eines Pferdes als einzelne fehlerhafte Körperpartien. Allerdings kann man sich an ein paar Grundregeln halten:

1. Dem Beurteiler müssen die Gebrauchs- und Zuchtzielkriterien der jeweiligen Rasse detailliert bekannt sein, außerdem       braucht es einer richtigen Beurteilung praktische Erfahrung

2. Das Pferd sollte erst einmal in seiner Gesamtheit beurteilt werden um einen Eindruck hinsichtlich Typ, Harmonie,             Konstitution, Kondition, Nerv und Temperament zu bekommen.

3. Die anatomischen Merkmale sollen nicht einzeln isoliert betrachtet werden, sondern gegeneinander abgewogen             werden und hinsichtlich ihres Verwendungszweckes beurteilt werden.

4. Auch Vorzüge und Fehler des Exterieur und Interieur sind gegeneinander abzuwägen. Pferde mit leichten                     Gebäudefehlern und einwandfreien Charakter sind Pferden mit sehr gutem Gebäude und Charaktermängeln                 vorzuziehen.

5. Höchste Ansprüche werden vor allem an Zuchttiere gestellt. Das Zuchtziel ihrer Rasse sollten sie möglichst                     vollkommen verkörpern. Neben dem Rassetyp sollten sie einen eindeutigen Familien- und Geschlechtstyp zeigen,           ansonsten sind sie als Gebrauchspferde zu beurteilen.

 

Grundlage der Zuchtpferdebeurteilung ist das Zuchtziel der jeweiligen Rasse und ist den Zuchtbuchordnungen der einzelnen Verbände zu finden. Prüfungen und Turniererfolge geben Hinweise auf das Leistungsvermögen eines Pferdes. Nützlich für die Beurteilung können aber auch Abstammungs- und Nachkommensbewertungen sein, da dort ererbte und vererbte Merkmale erkannt werden können. Die Beurteilung ob Körperbau und Gänge den Rassemerkmalen entsprechen, ist demjenigen vorenthalten, der sich mit dem Skelett d.h. Lage, Länge, Form , Winkelung und Form der Körperteile, sowie mit dem Sehnen- und Bandapparat und der Muskulatur d.h. mit der gesamten Biomechanik auskennt und sie zueinander in Beziehung setzen kann.