Die Geburt des Fohlen

Fohlen nach der GeburtWenn das große Ereignis näher rückt sind die letzten Maßnahmen zu treffen, damit man auf alles optimal vorbereitet ist. Sechs bis acht Wochen vor dem Abfohltermin und noch einmal direkt vor der Geburt sollte die Stute entwurmt werden, damit das Fohlen nicht in den ersten Lebenstagen Wurmeier über die Milch aufnimmt. Jedoch sollten Wurmkuren gegen Dasselfliegen nicht verabreicht werden. In den letzten Tagen vor der Geburt sollte man seine Stute genau beobachten und den Genitalbereich sauber halten, vor allem der Schmutz zwischen den Euterhälften sollte entfernt werden, jedoch ist eine ständige Berührung des Euters zu vermeiden, damit die Milch nicht frühzeitig einschießt und die wertvolle Kolostralmilch verloren geht. Außerdem sollte ein Pferdeanhänger für den Notfall bereit stehen und Einweghandschuh, saubere Handtücher, Desinfektionsmittel, Jodtinktur und auch eventuell ein kleines Klistier. Erste Anzeichen der Geburt ist das Anschwellen des Euters das sogenannte Aufeutern. Jedoch ist Ruhe oberstes Gebot, denn Pferde fohlen nur wenn sie sich absolut sicher fühlen und können die Geburt beschleunigen oder auch um mehrere Tage hinauszögern, wenn Unruhe im Stall herrscht und sie sich nicht sicher fühlen. Für das Fohlen kann das jedoch zu einem ProblStute leckt ihr Fohlen abem werden, wenn die Stute in einem unbeobachteten Moment hastig anfängt zu pressen. Deshalb ist Ruhe in der Zeit der Geburt ganz wichtig. Ein weiteres Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind vor allem Harztropfen an den Zitzen, dann ist die Geburt nicht mehr weit. Kurz vor der Geburt kommt es zu einer Schwellung und erhöhten Durchblutung der Scheide und die Beckenbänder werden schlaff, die Kruppe der Stute sieht dann sehr eckig aus. Kurz vor der Geburt werden viele Stuten nervös, laufen hin und her und beginnen zu schwitzen. Trotzdem gibt es immer wieder Stuten die ohne jegliche Anzeichen gebären. Die normale Geburt kann in 3 Phasen geteilt werden. Am Anfang , circa 4 Stunden vor der Austreibung beginnt die Eröffnungsphase. Dabei steigt die Gebärmutteraktivität, viele Stuten sind unruhig, schwitzen, legen sich hin und stehen wieder auf und setzen wiederholt Kot und Urin ab. In der Phase dreht sich das Fohlen in die Geburtslage und die Wasserblase wird in Richtung Muttermund geschoben. Beim austreten der Wasserblase aus der Scheide platzt diese meist von selbst auf. Jetzt beginnt die Austreibungsphase, dabei liegtFohlen trinkt die Stute auf der Seite und es beginnen kräftige Presswehen. Manche Stuten stehen zwischendurch auf und wechseln ihre Position. Bald ist die Fruchtblase zusehen und ein mit dem Kopf auf den ausgestreckten Vorderbeinen liegendes Fohlen. Der Durchtritt des Fohlenkopfes ist das Schwierigste für die Stute, ist dieser geboren dauert es nur noch wenige Sekunden und das Fohlen ist da. Meistens reißt die Eihaut während der Geburt von selbst, dann ist die Atmung des Fohlens gesichert. Kann sich das Fohlen nicht selbst befreien, muss die Eihaut über den Nüstern weggewischt werden damit das Fohlen nicht erstickt Wenn die Stute nach der Geburt aufsteht reißt die Nabelschnur an der dafür vorgesehenen Stelle ab, sollte das nicht der Fall sein, kann die Nabelschnur mit einer stumpfen Schere durchtrennt werden. Vor dem Abgang der Nachgeburt bekommen Stuten mehr oder weniger starke Wehen, es kann sein das sie sich hinwerfen und wälzen. Die Nachgeburt ist ca. 2 Stunden nach der Geburt vollständig abgegangen. Die Nachgeburt muss dann ausgebreitet und auf Vollständigkeit untersucht werden, ist diese nicht vollständig sollte man wegen der Vermeidung einer Geburtsrehe den Tierarzt verständigen, damit dieser den Rest aus der Gebärmutter entfernt. Kurz nach der Geburt leckt die Stute das Fohlen trocken, das fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Spätestens nach zwei Stunden sollte das Fohlen aufgestanden sein und schon mindestens einmal getrunken haben, am sich schnell bewegenden Schweif kann man erkennen das die Milch bei der Stute fließt. Diese erste Milch , welche nur während der ersten Tage nach der Geburt gebildet wird, ist lebensnotwendig für das Fohlen, denn sie enthält besonders viele Immunglobuline, die unbedingt in den ersten Lebensstunden des Fohlens aufgenommen werden müssen. Stute und Fohlen sollten so wenig wie möglich gestört werden, gerade die ersten Stunden sind für die Mutter-Kind Beziehung sehr wichtig, nur in der sensiblen Phase erfolgt die Prägung, während die Stute ihr Fohlen schon kurz nach der Geburt erkennt dauert die Prägung vom Fohlen auf die Mutter bis zu 2 Tage. Die Prägung auf die Stute ist für das Fohlen und seine Entwicklung sehr wichtig, deshalb sollte in dieser Phase eine Störung durch andere Pferde und den Menschen vermieden werden. Manche Stuten sind während der Prägephase aggressiv gegenüber anderen Pferden und aber auch gegen den Menschen, in dieser Phase , d.h. bis zwei Tage nach der Geburt sollte man es tolerieren und Stute und Fohlen Zeit geben. Danach sollte man doch die Rangordnung, durch etwas Dominanztraining klären.

Komplikationen bei der Geburt

Bei 5 % aller Geburten schaffen es Stute und Fohlen nicht allein, dann muss der Mensch helfen. Sollten zum Beispiel die Eihäute nicht reißen, muss dem Fohlen geholfen werden. Maul und Nüstern sollten befreit werden, man sollte es aber vermeiden ins Maul zu fassen, wegen der Infektionsgefahr. Hat das Fohlen dennoch Atembeschwerden und evtl. Fruchtwasser eingeatmet, muss es sofort und ruckartig an den Hinterbeinen hochgezogen werden, damit das Fruchtwasser aus Nüstern und Nase abfließen kann. Atmet es trotzdem nicht , kann durch das Anheben der Schultergliedmaßen ein Unterdruck im Brustkorb erzeugt werden, sodass es anfängt zu atmen. Falls das Fohlen mit den Hinterbeinen voran liegt sollte sofort ein Tierarzt alarmiert werden. Ist außer dem Kopf des Fohlens nur ein Vorderbein zu sehen, sollte man mit sauberen, desinfizierten Händen und mit Gleitmittel an der Seite des Kopfes und am Hals herunter nach dem anderen Vorderbein fühlen und es versuchen wieder gerade zu richten. Gelingt dies nicht sollte auch der Tierarzt informiert werden.

 
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