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Die Zuchtstute

An eine Zuchtstute sollten hohe Ansprüche gestellt werden, nicht jede Stute eignet sich auch als Zuchttier. Neigt die Stute zu Untugenden wie Koppen, Weben oder Schlagen ist sie wenig geeignet für die Zucht , da das Fohlen das Verhalten der Mutter nachahmen könnte. Außerdem sollte die Stute organisch gesund sein, sollte eine chronische Lahmheit oder Husten vorliegen ist ein Tierarzt hinzuzuziehen um die Frage zu klären in wie weit die Möglichkeit der Vererbung besteht. Eine Stute die ihr erstes Fohlen erwartet sollte nicht älter als 16 Jahre sein und nicht jünger als 3 Jahre. Wird die Stute vor dem 3. Lebensjahr gedeckt stoppt die eigene Entwicklung, das noch unreife Knochengerüst der Stute wird doppelt belastet, denn die Verkalkung der Knochen kann nicht vollständig abgeschlossen werden und ist somit mangelhaft. Gegen die verbreitete Meinung ist ein Ausgleich durch die Zufuhr von Mineralfutter nicht möglich. Die Folgen für so eine Stute ist der schnelle Verschleiß der Knochen, wenn sie sportlich eingesetzt werden sollte. Es sollte klar sein, dass mindestens 50 % , manche sagen sogar 70 % des Erbmaterials über die Stute mitgegeben werden, d.h. ein guter Hengst verbessert keineswegs eine mangelhafte Stute und führt vor allem nicht zu einem Zuchtfortschritt. Wichtig ist auch ein Blick auf das Pedigree und somit auf Eltern, Großeltern und Urgroßeltern der Stute , aber auch auf das des Hengstes. Trotzdem gehören zu einer erfolgreichen Zucht Erfahrung, Sachkenntnis und auch ein wenig Glück, sowie viel Geduld. Vor der Bedeckung der Stute sollte diese einer speziellen klinischen Untersuchung unterzogen werden, d.h. äußere Genitale, eine rektale Untersuchung durch Abtasten von Gebärmutter und Eierstöcken und die vaginale Untersuchung zur Beurteilung von Scheidengewölbe und Muttermund. Die Summe aus der rektalen und der vaginalen Untersuchung geben dem Tierarzt Hinweise auf eine mögliche Trächtigkeit oder krankhafte Veränderungen. Außerdem sollte eine Tupferprobe durchgeführt werde, um eine Infektion der Stute auszuschließen und Hengste die im Natursprung decken nicht mit Infektionen anzustecken. Um eine Stute tragend zu bekommen gibt es verschiedene Zuchtpraktiken .Als fortschrittlichste gilt die künstliche Besamung, früher hauptsächlich in der Rinderzucht praktiziert, ist es heute in der Sportpferdezucht allgemein üblich. Dabei gibt es auch verschiedene Möglichkeiten zum Beispiel mit unverdünnten Frischsperma das direkt nach der Gewinnung, in den Gebärmutterkörper der Stute abgegeben wird oder verdünnten Sperma mit Besamung am gleichen Tag oder mit Besamung am Tag danach für die Besamung von Stuten die nicht in der Nähe des Hengstes sind. Außerdem gibt es Tiefgefriersperma von Hengsten die zu Zeitpunkten abgesamt werden die nicht in den Bereich der Rossezeit der Stuten fallen. Das betrifft Hengste die im Sport aktiv sind aber auch von Hengste die schon tot sind gibt es zum Teil Tiefgrfriersperma. Steht der Hengst direkt bei der Stute, dann kann man den Hengst auch im Natursprung decken lassen. Dabei steht die Stute in einem Deckstand und der Hengst wird an einer Kette heran geführt und er springt auch aus der Hand auf. Bei manchen Pferderassen ist es üblich im Herdenverband zu decken zum Beispiel bei Isländern und Fjordpferden. Durch den technischen Fortschritt gibt es auch die Möglichkeit des Embryotransfer, dabei werden Embryonen den Spenderstuten entnommen und Trägerstuten eingepflanzt, so ist es möglich, dass von einer Stute mehrere Fohlen im Jahrgang auf die Welt kommen oder die Stute im Sport eingesetzt werden kann und trotzdem eine Nachzucht entstehen kann. Pferde sind saisonal reprodunktionsaktiv , d.h. es besteht ein zeitlich begrenzter Sexualzyklus der durch Faktoren wie Licht, Wärme und Futterangebot reguliert wird. Der Zyklus geht je nach Wetter von März bis August und hat seinen Höhepunkt im April/Mai/Juni damit das Fohlen möglichst zu Beginn der Weidesaison auf die Welt kommt und sich bei ausreichend Bewegung und Grünfutter optimal entwickeln kann. Manche Züchter entscheiden sich für Abfohltermine viel früher im Jahr, da sie hoffen, dass ihre Fohlen bei Zuchtschauen schon besser entwickelt sind, jedoch ist die jahreszeitlich bedingte Stallhaltung nachteilig für die Entwicklung der Fohlen. Der Sexualzyklus der Stute wird durch Hormone gesteuert. Der Zyklus lässt sich in zwei Abschnitte teilen, zum Einen in Rosse (Östrus) und zum Anderen in Zwischenrosse (Diöstrus). Der Zyklus dauert 21 Tage, kann aber auch nach oben und unten stark variieren. Die Länge des Diöstrus beträgt etwa 14 bis 16 Tage und der Follikelsprung bzw. die Ovulation erfolgt am Ende der Rosse. Das Rosse verhalten der Stute kann am Partner beim sogenannten abprobieren sehr gut provoziert und beobachtet werden, da die rossige Stute dem Hengst sofort das Hinterteil zudreht, stehen bleibt und den Schweif hebt. Schlägt die Stute den Hengst ab , legt die Ohren an und demonstriert ihm deutlich, dass sie ihn in ihrem Individualbereich nicht duldet, dann ist sie nicht rossig oder bereits tragend. Bei Zuchtstuten ist ein großes Augenmerk auf den Impfstatus zu legen, d.h. die Impfungen sollten vollständig sein, vor allem auf die Herpesimpfung ist zu achten und Parasiten sollten wirkungsvoll bekämpft werden, nicht selten musste ein Züchter schon das ein oder andere Fohlen einbüßen, weil auf die Herpesimpfung verzichtete. Außerdem sollten die tragenden Stuten von ungeimpften Pferden fern gehalten werden.

 
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